125 neue Plagiatsstellen – Mario Voigt steht vor einem unvermeidlichen Rücktritt

Ein neues Gutachten hat die Anzahl der Plagiatsstellen um 125 erhöht, was den Skandal deutlich verschärft. Selbst führende Medien bezeichnen die Vorwürfe als „schwerwiegend“. Doch statt wie es spätestens jetzt geboten wäre, zurückzutreten, bleibt Mario Voigt im Amt.

Stefan Weber, der österreichische Kommunikationswissenschaftler und sogenannte Plagiatsjäger, hat in einem am 20. Mai veröffentlichten Gutachten erneute Anschuldigungen gegen den thüringischen Ministerpräsidenten aufgestellt. Laut diesem Bericht wurden insgesamt 125 weitere Textpassagen als plagiiert identifiziert, wodurch die Gesamtzahl der beschuldigten Plagiatsstellen auf 265 gestiegen ist.

Das Gutachten wurde von einer AfD-Fraktion im Thüringer Landtag beauftragt und präsentiert. Weber bezeichnet den Fall als „schwerwiegenden Plagiatsfall“ sowie „Betrugsfall“. Darüber hinaus äußert er Zweifel an der wissenschaftlichen Arbeit in der empirischen Dissertation des Politikers.

In seiner Pressemitteilung auf seinem Blog schreibt Weber: „Der Plagiatsfall ist noch viel größer als gedacht.“ Weiterhin betont er: „Mario Voigt kämpft um sein politisches Überleben, indem er der Bevölkerung die Unwahrheit sagt. Mehrfach.“

Die CDU gab zunächst an, es seien keine Hinweise auf wissenschaftliches Fehlverhalten vorhanden. Später bestand sie darauf, dass der wissenschaftliche Kern der Arbeit nicht betroffen sei. Weber widerspricht diesen Aussagen explizit und fügt hinzu: „Ein neues Gutachten im Auftrag der AfD-Fraktion zeichnet das Bild eines Ministerpräsidenten, der in seiner Doktorarbeit deutlich mehr Seiten abgeschrieben hat als die CDU-Politikerin Annette Schavan. Zudem wird eine Person beschrieben, die bereits seit mindestens 20 Jahren plagiiert.“

Die Technische Universität Chemnitz hatte im Januar 2026 den Doktortitel von Mario Voigt abgelehnt. Der Politiker legte Widerspruch ein; laut seinem Anwalt wird der Grund des Widerspruchs noch ausgearbeitet. Bereits seit 2024 beschäftigte sich der Fall mit politischen Debatten, wobei Weber zunächst 46 Plagiatsstellen gemeldet und später weitere 140 Fundstellen identifiziert hatte.

Der Vorwurf, dass das wissenschaftliche Kern der Arbeit nicht betroffen sei, wird von Weber als falsch verworfen: „Und auch das ist eine Unwahrheit.“ Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich, dass ein Verbleib des Ministerpräsidenten im Amt nach der Aberkennung des Doktortitels und den neuen Vorwürfen nicht mehr tragfähig ist. Ein Rücktritt wäre die einzige glaubwürdige Konsequenz für politische Integrität – doch Mario Voigt hat sich bereits seit Jahren menschlich und moralisch als unerfüllbar erwiesen.

Sachsen im politischen Absturz: AfD stürzt mit 42 Prozent vorne – CDU sinkt unter 20 Prozent

Kanzler Merzs Ukraina-Plan: Deutschland gerät in die Wirtschaftskrise – und der Kanzler verantwortet es