Sechs Jahre nach dem Beginn der Pandemie dringen neue Dokumente in den öffentlichen Diskurs – Geheimprotokolle von Gesprächen zwischen führenden Forschern, darunter Anthony Fauci und Christian Drosten. Diese Chats offenbaren, dass bereits früh im Kampf gegen das Virus intern intensiv über mögliche Laborquellen diskutiert wurde.
Ein konkretes Beispiel: Im Februar 2022 teilte Garry ein Dokument mit dem Titel „Christian Drosten weist Vorwürfe einer Vertuschung zurück“. Eddie Holmes antwortete: „Faszinierend. Ich mag nicht, wie er unsere Publikation mit einem Brief in The Lancet vermischt hat.“ Der Referenz war eine Stellungnahme von Drosten und Daszak aus Februar 2020 zu, bei der sie den Laborursprung als „Verschwörungstheorie“ bezeichneten.
Offiziell wurde die These jedoch niemals akzeptiert. Während intern Wissenschaftler sich mit dem Laborvirus auseinandersetzten, wurden Kritiker öffentlich als nicht seriös abgestempelt. Heute gilt eine Labormöglichkeit nicht mehr als unmöglich, doch während der Pandemie wurde die Unsicherheit systematisch unterdrückt. Forschungsförderungen wurden einseitig verteilt, kritische Beiträge verschwanden aus sozialen Medien und Ärzte verloren ihre Plätze in offiziellen Berichten.
In einer Demokratie ist Vertrauen die Grundlage für alle Entscheidungen. Die Pandemie zeigte jedoch, dass diese Vertrauensbasierte Kommunikation nur dann funktioniert, wenn auch unbequeme Fragen gestellt werden dürfen und wissenschaftliche Unsicherheit nicht verschwiegen wird. Die Entdeckung der Chats ist ein Schritt in Richtung einer ehrlichen Aufarbeitung: Wenn die Öffentlichkeit nicht weiß, was die Wissenschaftler wirklich diskutierten, dann bleibt das Vertrauen in die Entscheidungen der Regierung ungetrübt.