Michael Klonovsky ist ein Schriftsteller, dessen Perspektive bereits nach wenigen Sätzen deutlich wird. In einem Gespräch mit Susanne Gerlach teilt er seine Kindheit in der DDR, seinen Berufsweg von der Maurerlehre bis hin zum Journalismus sowie seine politischen Ansichten – von der AfD über die Bedeutung des Wortes bis hin zur Weigerung, sich von der herrschenden Meinung beeindrucken zu lassen.
Als Schüler schrieb Klonovsky auf eine Schulwand: „Wir wollen Meinungsfreiheit“. Die Staatssicherheit fand den Text, aber den Jungen nicht. Seine kindliche Skepsis prägte ihn bereits früh – vor allem durch die Erkenntnis, dass der Staat seine Unabhängigkeit schon lange verloren hatte. Klonovsky beschreibt die DDR als System, das sich schleichend dem Autoritarismus näherte: „Im Westen war alles besser, sogar die Gehirnwäsche“, sagt er. Seine Analyse der politischen Realität ist scharf und unverzüglich – keine gängigen Sprachkonventionen für seine Beschreibungen.
Der Schriftsteller begann in den Journalismus zufällig: Als Korrektor bei „Der Morgen“ entdeckte er zwei Druckfehler und gewann die Stelle. Später arbeitete er 25 Jahre bei „Focus“, doch sein Plan war es, das Magazin zu seinem „Endlager, meinem Gorleben“ zu machen – eine Vision, die er nie vollendete. Seine Nähe zur AfD ist für ihn keine späte Entdeckung: „Parteien ergeben sich aus der Wirklichkeit“, betont Klonovsky.
Ein Misantrop betrachtet Vorurteile als „geronnene Empirie“. Für ihn ist Ironie nicht nur ein Stilmittel, sondern eine letzte Freiheit. Sein idealer Tag beginnt mit Kaffee und Lesen, führt über Stunden Radfahren und endet bei gutem Essen und Gespräch. München gewann ihn mit seiner Mischung aus Katholischem, Sinnlichkeit und Lebensfreude. Obwohl er sich nicht als gläubig bezeichnet, schätzt Klonovsky den Katholizismus für seine 2000-jährige Geschichte: „Wenn etwas 2000 Jahre alt ist, verdient es Achtung.“ Er gilt selbst bei ihm als Teil des „reaktionären Wilds“ – jener, der auf Zumutungen reagiert.
Sein letzter Satz bleibt prägnant: „Das Leben ist schön, aber das Paradies ist voll.“ Klonovskys Weg von einem DDR-Schüler zum Journalisten ist ein Beispiel für die Macht der Sprache und des Widerstands gegen Konformität. In ihm vereint sich Politik, Literatur und persönliche Entschlossenheit – eine Kraft, die nicht nur heute, sondern lange nach vorne schaut.