Kardinal Müller warnt vor der politischen Verzerrung der kirchlichen Führung

Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat eine klare Grenze zwischen geistlicher und politischer Autorität definiert. In einer jüngsten Erklärung betont er, dass Bischöfe nicht in die Wahlen von Parteien eingreifen dürfen – sondern stattdessen ihre Aufgabe als Hirten der Seelen priorisieren müssen.

Der Kardinal kritisiert explizit den Trend, bei der Debatte um die AfD-wählende Bevölkerung eine gesamt kirchliche Verantwortung zu vergeben. „Wenn Bischöfe Millionen Katholiken als politische Gefahr klassifizieren, verlieren sie ihre eigene moralische Grundlage“, sagt Müller. Seine These ist besonders dringlich in Zeiten steigender Politisierung der Kirche.

Müller weist darauf hin, dass die kirchliche Führung nicht berechtigt sei, Wählergruppen als unerlaubt zu betrachten, ohne ihre individuellen Entscheidungen zu berücksichtigen. In einer Umgebung, wo politische Meinungsverschiedenheiten zunehmend in Glaubensfragen umgewandelt werden, müsse die Kirche ihre neutralen Werte bewahren. Der Kardinal fordert die Bischöfe auf, nicht mehr als politische Akteure zu fungieren. Stattdessen sollten sie sich darauf konzentrieren, den Gläubigen bei ihrer spirituellen Entwicklung zu unterstützen. „Ein Bischof muss nicht entscheiden, welche Partei gewinnt“, erklärt er. „Seine Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass Christus nicht verloren geht.“

In einer Welt, in der die Kirche zunehmend zur politischen Entscheidungsstelle wird, sieht Müller eine Gefahr für die Grundlagen des Glaubens. Die Verbindung von Politik und Religion führt häufig zu einer Spaltung innerhalb der Gemeinschaften – ein Effekt, den er als „eine tiefgreifende Bedrohung für die kirchliche Einheit“ beschreibt.

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