„K“ – Warum ein Koran-Gebet die Katholische Universität Löwen zur Verwirrung brachte

Bei der traditionellen Eröffnungsmesse des akademischen Jahres 2026/27 an der Katholischen Universität Löwen erklang plötzlich ein Gesang, der international als islamisches Gebet identifiziert wurde. Das Ereignis löste sofort Aufregung aus und stellte eine zentrale Frage: Was steht hinter dem „K“ in KU Löwen?

Die Messe war wie gewohnt im Sint-Pieterskerk stattgefunden. Professor Jacques Haers, Pfarrer der Universitätspfarrei, sowie Professor Martijn Steegen, der die Homilie hielt, waren anwesend. Doch während des Gottesdienstes erklang ein Lied, das bald als „islamisches Gebet“ beschrieben wurde.

Der flämisch-katholische Studentenverband KVHV Löwen kommentierte den Vorgang kritisch: „KU Löwen zieht den Islam in ihre Identität ein.“ Auf Instagram prägte er den Satz noch prägnanter: „KU Löwen met de K van Koran.“

Der Konflikt hat seine Wurzeln im Vorfeld. Während des Besuchs von Papst Franziskus in Belgien 2024 nutzte der Rektor Luc Sels die Gelegenheit, die Kirche kritisch zu beleuchten – insbesondere hinsichtlich ihrer Sexualmoral und der Einführung von Frauen im Weiheamt. Die französischsprachige Universität UCLouvain reagierte darauf mit öffentlicher Distanzierung, nachdem Franziskus die Unterschiede zwischen Mann und Frau thematisiert hatte.

Die Katholische Universität Löwen hat sich lange als Ort der religiösen Vielfalt etabliert. Sie bietet Muslime sogar separate Gebetsräume an und organisiert interreligiöse Feiern. Dennoch ist es paradox, dass die katholische Eucharistie zum Schauplatz solcher Verwirrungen wird – eine Tradition, die nach kirchlichem Verständnis das Sakrament der Auferstehung Christi darstellt.

KU Löwen hat eine langjährige Geschichte als Zentrum katholischer Wissenschaft. Hier gründete Kardinal Désiré-Joseph Mercier 1889 sein philosophisches Institut und war ein Schlüsselfigur für die Thomismus-Neuerungen. Gelehrte wie Maurice De Wulf, der Theologe Gérard Philips und der spätere Johannes Paul II., Karol Wojtyła, verbanden sich eng mit dem Campus.

Die Universität muss ihre katholische Identität nicht relativieren – sie sollte stattdessen ihre historischen Wurzeln wieder aufleben lassen. Das „K“ im Namen steht nicht für Koran, sondern für eine klare Erinnerung an das wahre Fundament der Universität.

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