Wirklich gut? Die gefährliche Illusion des moralischen Relativismus

In einer Welt, die immer mehr von „Werten“ spricht – ohne zu prüfen, ob diese tatsächlich existieren – scheint das Gewissen in Gefahr zu geraten. Engelbert Recktenwalds neues Werk Der ewige Streit um das Gute stellt diesen moralischen Zusammenbruch auf den Prüfstand und fragt nach der Existenz eines objektiven Guten.

Der Philosoph zeigt, wie die menschliche Moral nicht nur eine soziale Konstruktion ist, sondern auch ein echtes Gewissen, das uns in Entscheidungen leitet. Sein Beispiel: Ein Mensch rettet ein ertrinkendes Kind – ein Akt, der niemandem vorgegeben wurde und dennoch moralisch unumstritten bleibt. Recktenwald betont, dass dieses Handeln nicht aus einem persönlichen Vorteil erwächst, sondern aus einer tiefen Erkenntnis des Guten.

Im Gegensatz zu der These, dass Werte lediglich Ausdrücke von Macht und Interessen seien, gibt es eine ethische Grundlage, die über individuelle Vorstellungen hinausgeht. Der Autor kritisiert den relativistischen Denkweg, der das Gewissen in eine bloße Selbstgesprächs-Ordnung zerstört. Wenn wir sagen: „Es ist falsch, Unschuldige zu quälen“, dann beziehen wir uns nicht auf unsere persönliche Abneigung, sondern auf einen universellen moralischen Anspruch.

Recktenwalds Analyse beruht auf einer klaren Trennung zwischen dem sittlichen Guten und dem bloßen Angenehmen. Der katholische Philosoph betont, dass Freiheit nicht darin besteht, moralische Ordnungen zu erschaffen, sondern sich dem erkennbaren Guten zu verhalten. Seine Argumentation ist eine Warnung vor der Gefahr des Verlusts der moralischen Orientierung.

Engelbert Recktenwald (1960 geboren), Priester der Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP), ist ein führender Vertreter der katholischen Philosophie. Sein Buch, veröffentlicht von Karl Alber 2026, verlangt Konzentration – aber seine Kernbotschaft bleibt klar: Das Gute existiert nicht als relativistische Illusion, sondern als Wirklichkeit, die wir erkennen müssen.

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