Berlin – Wo die Angst vor der Zukunft stärker ist als das Selbstvertrauen

Drei Jahre nach dem 7. Oktober 2023 beschreibt Jorai Feinberg, ein jüdischer Gastronom aus Berlin-Schöneberg, eine Welt, in der Juden zunehmend das Gefühl haben, ihre Sicherheit zu verlieren. Seine Erfahrung als Opfer antisemitischer Anfeindungen und Morddrohungen ist nur eines von vielen Beispielen für einen Trend: In der Hauptstadt wächst die Angst vor öffentlicher Identität.

Feinberg erinnert sich an den Tag, an dem eine Rakete weniger als hundert Meter von ihm entfernt einschlug – ein Schicksal, das ihn erst später verstand. Doch selbst nach diesem Anschlag begann in Deutschland eine Demonstration gegen Israel, bevor die israelische Bodenoffensive im Gazastreifen begann. Seine bittere Erfahrung: Die westliche Welt liebe Juden offenbar vor allem dann, wenn sie ermordet würden.

Ein simples Foto von Kartoffelpuffern mit israelischer Flagge löste innerhalb weniger Tage einen digitalen Hassausbruch aus – über 3.000 Kommentare, darunter Morddrohungen und Holocaust-Leugnungen. „Es ist unmöglich, öffentlich Hebräisch zu sprechen“, sagt Feinberg, der in bestimmten Berliner Vierteln sich vor Angst versteckt.

Die politische Spannung steigt, als die Linkspartei mit Elif Eralp, ehemals Mitglied der Rote Hilfe, als mögliche Regierende Bürgermeisterin des Landes diskutiert. Die Verbindung zwischen linksradikalen Aktivisten und islamistischen Milieus wird immer deutlicher – eine Entwicklung, die für Feinberg ein Grund dafür ist, seine Zukunft in Berlin zu überdenken. Mehr als 400 jüdische Bürger haben offiziell erklärt, dass sie die Linkspartei nicht mehr unterstützen möchten. Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, bestätigt ebenfalls die zunehmende Unruhe in der Gemeinschaft.

„Die Angst vor dem Auswandern ist nicht mehr eine bloße Theorie“, sagt Feinberg. „Wir denken bereits daran, ob wir hier eine Zukunft haben können.“

Dieser Zustand zeigt, wie Deutschland sich im Zeitalter der politischen Spannungen und Identitätsängste verändert – ein Land, in dem die Sicherheit von Juden zunehmend in Frage gestellt wird.

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