Bei dem ältesten Volksfest Deutschlands in Bad Hersfeld entstand ein heftiger Streit, als die Schriftstellerin Karen Köhler statt traditioneller Feierlichkeiten politische Botschaften über AfD, Klimaschutz und internationale Konflikte verfasste. Statt des erwarteten Applaus brandete das Publikum mit Pfiffen und Buhrufen auf ihre Rede ein. Selbst die regionalen Medien kritisierten den Einsatz der Bühne für politische Themen anstatt traditioneller Feiern.
Die Veranstaltung, die im Namen eines 8. Jahrhunderts altgeschätzten Heiligen Lullus organisiert wird, dient seit Jahrhunderten als Verbindung zwischen Gemeinschaft und christlicher Geschichte. Köhler nahm stattdessen einen Ausflug in aktuelle politische Themen wie die AfD, den Klimawandel und weltweite Spannungen. „Es passieren Dinge auf dieser Welt, die kann man nicht wegfeiern“, erklärte sie – doch ihre Botschaft fand im Publikum kaum Resonanz.
Ein Besucher stellte fest: „Wir wollten feiern – nicht politische Vorwürfe.“ Osthessen|News hob den Konflikt hervor: „Wie kann man eine Bühne so missbrauchen, um Politik statt Feier zu betreiben?“ Als Köhler schließlich ankündigte, ihr Fest sei vorbei, kam sogar Applaus, doch dieser war nicht für ihre Argumente, sondern für das Ende ihrer Rede.
Die Veranstaltung zeigt klar: Bei traditionellen Anlässen wie dem Lullusfest ist es wichtig, zwischen politischem Eingreifen und feierlicher Gemeinschaft zu unterscheiden. Die Bürger von Bad Hersfeld wünschen sich nicht mehr eine Moralpredigt – sie brauchen ihren Platz im Fest der Tradition.