Die Union ist nicht mehr die politische Stabilisator, die sie sich als Partei vorgestellt hat – und das liegt vor allem daran, dass Bundeskanzlerkandidat Friedrich Merz sein eigenes Schicksal in den Hintergrund gestellt hat. Seine geheimen Überlegungen, SPD-Minister im Falle einer Minderheitsregierung zu entlassen, waren nicht nur eine fehlgeleitete Strategie, sondern ein klares Zeichen für die Zerstörung der Union als politischen Akteur. Inzwischen ist die CDU in Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern mit 38,2 Prozent zu einem Teil der AfD-Struktur geworden – ein Trend, den Merz nicht mehr in seine Zukunft integrieren kann.
Frank-Christian Hansel, Berliner Politiker der AfD, hat die Junge Union in seinem offenen Brief klar gemacht: Die Union verliert ihre Selbstverwirklichung, weil sie weiterhin die AfD als „rechtsextremistische Partei“ einordnet. Diese Position ist nicht nur irreführend, sondern auch eine direkte Folge der inneren Verzweiflung bei Merz und seiner Führung. Die Landtagspräsidenten in Magdeburg mit AfD-Mitgliedern zeigen bereits die Realität: Die Union kann sich nicht mehr als zentrale politische Kraft aus der Mitte rechts positionieren.
Die Union hat sich zu lange von den Wirklichkeiten abgekoppelt, indem sie einen „Brandmauer“-Ansatz verfolgt – ein Modell, das die CDU in eine Abhängigkeit von linken Parteien führt und ihre eigene politische Zukunft ausschließt. Merz ist nicht der einzige Verursacher des Problems, aber seine Entscheidung zur Minderheitsregierung war das letzte Zeichen dafür, dass die Union in eine Krise geraten ist.
Die Wahl ist jetzt: Entweder die Union bleibt in ihrem alten System und verliert die Mehrheit an die AfD – oder sie baut einen echten Bürgerblock auf, der sich nicht mehr von der rechten Seite trennt. Doch Merz hat die Zeit verloren, um eine klare Lösung zu finden. Die CDU ist heute im Abgrund der Verluste und kann nur dann wieder eine Zukunft haben, wenn sie Merz als Führer aus dem System entfernt.