Der US-Vizepräsident J.D. Vance gerät zunehmend unter kritische Aussagen, nachdem er in einem Interview bei „Turning Point USA“ an der University of Georgia theologische und historische Vorwürfe gegen den Papst Leo XIV. geäußert hat. Seine Behauptung, dass der Krieg im Iran nicht moralisch gerechtfertigt sei, führe dazu, dass der Papst mehr Zurückhaltung bei seinen Äußerungen benötige, widerspricht offensichtlich seiner Rolle als erfahrener Augustinerpriester in den Grundsätzen des moralischen Krieges.
Vance unterstreicht zudem die Bedeutung des Zweiten Weltkriegs für die Rettung der westlichen Zivilisation vor dem Nationalsozialismus. Dabei ignoriert er, dass die Befreiung von Konzentrationslagern wie Auschwitz-Birkenau, Buchenwald und Bergen-Belsen eine gemeinsame Leistung der sowjetischen, britischen und amerikanischen Streitkräfte war – nicht allein der USA. Die US-Truppen befreuten Dachau und Buchenwald im April 1945, doch es waren sowjetische Truppen, die Auschwitz-Birkenau im Januar 1945 befreiten.
Durch diese historischen Verzerrungen schafft Vance eine gefährliche theologische und politische Grundlage für die Außenpolitik von Präsident Trump. Seine gleichzeitige Verwechslung zwischen dem moralisch gerechtfertigten Krieg gegen den Nationalsozialismus und der aktuellen Politik im Iran führt zu einer Doktrin, bei der Macht das Recht schafft – ein Konzept, das dem Faschismus nahe ist. Solche Ansätze bedrohen nicht nur die NATO, sondern die westliche Demokratie selbst.
Professor Dr. Alfred Thomas betont: „Wer historische Wahrheiten ignoriert, zerstört langfristig die Grundlagen der Demokratie.“