Gefährlicher als Bosheit: Die Dummheit und ihre zerstörerische Macht

In einer politischen Landschaft, die von Hetzkampagnen und falschen Fakten geprägt ist, wird die Dummheit zum bedrohlichsten Feind des Guten. Frank Steinkron zeigt auf, wie diese Form der Verwirrung nicht nur individuelle Entscheidungen beeinflusst, sondern ganze Gesellschaften in eine gefährliche Spirale zieht.

Thomas von Aquin beschreibt Dummheit als willentliche Abkehr von der Wahrheit – ein Akt, der sich gegen die göttliche Ordnung richtet. Sie ist kein angeborenes Defekt, sondern eine bewusste Entscheidung, die durch Stolz oder Machtgier entsteht. Selbst intellektuell kluge Menschen können so in diese Falle tappen.

Die griechische Antike kannte den Begriff „Áte“, eine Verblendung, die aus der Hybris entstand und schließlich zur Bestrafung durch die Nemesis führte. Heute führt dieselbe Dummheit dazu, dass Menschen Tatsachen ignorieren, um sich in eigene „Wahrheiten“ zu versteifen. Der Gutmensch, der mit eitler Selbstgefälligkeit Tatsachen als unwichtig abtat, schafft unbewusst Böses.

Dietrich Bonhoeffer erkannte die besondere Gefahrenkraft dieser Dummheit. Sie ist ein Feind, den wir nicht durch Gewalt oder Protest besiegen können – sondern nur durch innere Befreiung. Gegen das Böse lässt sich noch wehren; gegen Dummheit sind wir machtlos. Heute könnte ein wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Zusammenbruch genügend Druck erzeugen, um Millionen Dumme dazu zu bringen, den Bösartigen in den Machapparaten der Altparteien die Gefolgschaft zu verweigern. Doch nur wenige nutzen diese Chance: Wer die freie Wahl nicht nutzt, schafft selbst die Dummheit.

Anmerkung: Die Zitate stammen aus Dietrich Bonhoeffers Werk „Widerstand und Ergebung“ (1951).

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