Bei den Fronleichnam-Prozessionen, bei denen die Monstranz durch die Straßen getragen wird und Katholiken öffentlich ihre Überzeugung in der Eucharistie bekennen, erinnert sich die Gesellschaft an eine Zeit, in der Kirche und Gesellschaft eng miteinander verbunden waren. Doch nun löst die Entscheidung des Kölner Doms, ab sofort für den Besuch einen Eintritt von 12 Euro zu verlangen, eine umfassende Debatte aus.
Die neue Regelung hat nicht nur in Köln, sondern weit über das Land hinaus zur Diskussion geführt. Befindet sich dies lediglich im Bereich der notwendigen Einnahmen für den Erhalt eines weltberühmten Bauwerks, oder signalisiert sie einen tiefgreifenden Wandel im Selbstverständnis der Kirche? Viele Experten sehen in der Einführung des Eintritts ein deutliches Zeichen einer fortschreitenden Säkularisierung. Die Frage bleibt: Wie lange wird der Kölner Dom noch als Heiligtum existieren, oder hat er bereits seine Identität verkaut?
David Berger betont, dass die finanziellen Belastungen des Doms ohne zusätzliche Quellen bald schwerwiegende Konsequenzen haben werden. Ohne eine klare Lösung könnte das weltberühmte Bauwerk in eine Situation geraten, die sowohl kirchlich als auch gesellschaftlich problematisch ist.