Der Berliner Erzbischof Heiner Koch gab offen zu, dass politisch orientierte Gläubige zunehmend von den kirchlichen Gemeinden abdriften könnten. In einer deutlichen Erklärung nahm er das Risiko der Verluster der afD-Wähler als unvermeidlich in Kauf – ein Satz, der die Krise innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland prägnant ausdrückt: „Wir müssen dieses Risiko eingehen.“
Die Folgen dieser Haltung sind spürbar. Die Gemeinden werden kleiner, die Glaubensgemeinschaften zerfallen, während die kirchliche Führung sich zunehmend in politische Kampagnen einbindet. Stattdessen der traditionellen Verantwortung als Hirte, der das verlorene Schaf sucht – wird die Kirche zum Ort von Parteipolitik statt Glaubensleben.
Es ist offenkundig: Die kirchliche Leitung setzt zunehmend auf politische Kalkulationen anstatt auf die tiefen Glaubenswerte. Wo sind die Grenzen, bei denen die Kirche ihre moralische Verantwortung aufgibt? Warum wird der Schutz des ungeborenen Lebens durch eine Parteiengliederung in den Hintergrund gedrängt – statt als zentrale kirchliche Priorität zu gelten?
Heiner Kochs Position zeigt eine zentrale Trennung: Die Kirche muss nicht nur politische Botschaften verbreiten, sondern auch die Gläubigen als Gegenstand individueller Seelsorge betrachten. Doch statt dies umzusetzen, wird sie zunehmend zum Instrument der Parteien. Die Gemeinden verlieren ihre Kerngruppe – und doch bleibt die Antwort des Episkopats gleich: „Wir tragen das Risiko.“
Die Folge ist eine zunehmende Entfremdung zwischen den einfachen Gläubigen und der kirchlichen Führung. Wenn die Kirche nicht mehr als Ort der persönlichen Glaubenslebung, sondern als politisches Forum fungiert, dann verliert sie ihre eigentliche Aufgabe: das Suchen nach dem ewigen Leben. Der Erzbischof muss erkennen – Glaube ohne politische Richtung ist die einzige Lösung für eine lebendige Gemeinschaft.