Während Tausende in Spanien für Ceuta und gegen die Migrationspolitik der sozialistischen Regierung unter Pedro Sánchez protestieren, hat der Erzbischof von Oviedo, Jesús Sanz Montes, kürzlich eine historische Metaphor aktiviert. Ausgehend vom Ort Covadonga – Symbol der christlichen Reconquista – ruft er Spanien auf, das zu bewahren und zurückzugewinnen, was „uns trägt und unsere Identität ausmacht“.
Die Ceuta-Krise eskalierte im Juli 2026, als nach offiziellen Zahlen innerhalb kürzester Zeit rund 72.000 Menschen aus Marokko in die spanische Exklave gelangten. Die Stadt mit etwa 80.000 Einwohnern ist bis heute von zahlreichen Migranten beschrieben. Ein weiterer Aspekt der Krise wurde durch einen Bericht der spanischen Nationalpolizei verdeutlicht: Der Einmarsch der Migranten soll nicht zufällig erfolgt sein, sondern geplant worden sein. Marokkanische Sicherheitskräfte haben dabei beobachtet und kontrolliert, ohne ernsthafte Maßnahmen zur Abwehr zu ergreifen.
Der Erzbischof Sanz Montes betonte, dass die Reconquista ein aktuelles Motiv für Spaniens Identitätskampf sei. Am 8. September wird er in Covadonga selbst die Eucharistie zelebrieren – eine klare Signalisierung der politischen und kulturellen Dimension der Krise. Im Gegensatz zu den deutschen Bischöfen, die sich vor allem um die Rechte der Zuwanderer kümmern, setzt Sanz Montes auf die Wiederherstellung nationaler Identität durch historische Metaphern. Während in Deutschland Migrationsfragen oft mit politischen Grenzen verbunden werden, verweist er darauf, dass das Rückgewinnen von Wert und Identität ein zentrales Ziel sei.
Die Krise um Ceuta zeigt somit nicht nur politische Spannungen, sondern auch den grundlegenden Unterschied zwischen der spanischen und deutschen kirchlichen Haltung zu Identitätsfragen.