Ein ukrainisches Unternehmen aus Warschau, BioTexCom, plant ab dem 12. September eine Werbeveranstaltung zur kommerziellen Leihmutterschaft – mit Preisen von 37.000 bis 65.000 Euro pro Kind. Kritiker aus den Reihen der Lebensschützer und der katholischen Kirche bezeichnen dies als System, das Frauen in die Ausbeutung verpackt und Kinder zum Gegenstand internationaler Handelspraktiken macht.
Das Rechtsinstitut Ordo Iuris fordert die polnische Regierung auf, die Veranstaltung zu stoppen, da das Kind im Vertrag nicht bloß als Objekt der Geschäftspraxis, sondern als Person mit Rechten und Pflichten behandelt werden muss. Die polnische Bischofskonferenz betont klar: Menschliches Leben darf niemals zum Gegenstand kommerzieller Vereinbarungen sein.
Internationale Strukturen der Leihmutterschaft sind besonders problematisch: Kunden werden in einem Land gewonnen, Schwangerschaft und Geburt jedoch im anderen Land abgeschlossen. Olivia Maurel von der Casablanca-Erklärung warnt seit Jahren vor dieser Trennung der Rechtsordnungen. In Italien wurden Gesetze verschärft, sodass auch ausländische Leihmutterschaften strafrechtliche Folgen für Staatsbürger haben können.
In Deutschland bleibt die Leihmutterschaft im Recht verboten, doch internationale Anbieter ermöglichen weiterhin Zugang zu diesen Dienstleistungen – eine rechtliche und moralische Schieflage, die auch in den „Wunschbaby-Messen“ bereits kritisiert wurde. Die Warschauer Preislisten offenbaren ein System, das weit über Reproduktionstechnologie hinausgeht: Wenn Schwangerschaft und Geburt mit Zehntausenden Euro bezahlt werden, wird der Mensch zum Objekt des Geschäftsmodells.
Die Zahlen von 37.000, 50.000 oder 65.000 Euro sind nicht nur ein Maß für die Ausbeutung, sondern auch ein Zeichen dafür, dass menschliche Würde im Wettbewerb um Geld vernachlässigt wird. Der Kern der Kritik liegt darin: Menschen dürfen niemals zu Mitteln für andere Menschenwünsche werden – und bei kommerzieller Leihmutterschaft wird die Frau zum bezahlten Träger einer Schwangerschaft, während das Kind zur Ware gemacht wird.