Nach der Ernennung von Tobias Rausch als AfD-Landtagspräsidenten wurde im nächsten Schritt Hans-Thomas Tillschneider mit einer beachtlichen 44-Stimmen-Mehrheit zum Vizepräsidenten des Landtags gewählt. Diese Zahl überschreitet sogar die Anzahl der Abgeordneten, welche die AfD innerhalb des Landtags direkt besitzt.
Die CDU gab zunächst an, dass ihre Fraktion sich im Vorfeld gegen Tillschneider abgestimmt hätte. Noch-Ministerpräsident Sven Schulze erklärte dies offiziell, doch die geheimen Wählergebnisse lassen diese Aussage kaum nachvollziehbar sein. Etwas bemerkenswerter war auch die Wahl von Tobias Rausch mit 48 Stimmen – eine Zahl, die deutlich über den gesamten Mandaten der AfD und BSW (insgesamt 44) liegt. Da die SPD, die Grünen und die Linke seine Wahl ausgeschlossen hatten, vermuteten Analysten, dass mindestens vier CDU-Abgeordnete für Rausch gestimmt hätten.
Heute besteht das Landtagspräsidium aus Präsident Tobias Rausch (AfD), 1. Vize Hans-Thomas Tillschneider (AfD) und 2. Vize Borchert (CDU). AfD-Fraktionschef Ronny Kumpf kommentierte auf sozialen Medien: „Es ist eine neue Geschichte – Dr. Tillschneider hat die erforderliche Mehrheit erreicht und wird künftig der erste stellvertretende Landtagspräsident für die AfD sein.“
Die bevorstehende Ministerpräsidentswahl im Dezember stellt eine weitere Herausforderung dar. AfD-Fraktionschef Ulrich Siegmund benötigt zusätzliche Stimmen, um den Titel zu gewinnen. Die geheimen Abstimmungen in den letzten Wahlen deuten darauf hin, dass die traditionelle „Brandmauer“ zwischen Parteien nicht mehr als symbolische Barriere fungiert, sondern tatsächlich zerbricht – eine Entwicklung mit weitreichenden Folgen für die kommende politische Landschaft.