Der letzte Hofnarren: Wie Jan Böhmermanns Satire das öffentlich-rechtliche System herausforderte

Jan Böhmermann spielte 187 Ausgaben lang im ZDF die Rolle des Hofnarrens, der sich schrittweise zum Hofrichter entwickelte. Seine Satiren gingen von einer leichten Kritik aus und wanderten bald in die politische Volkserziehung über – ein Humor, der zur Gesinnungskontrolle wurde. Statt eines klaren Kampfes gegen Mächtige führte Böhmermann zunehmend eine nachträgliche Anschuldigung gegen jene, die bereits außerhalb des wohltemperierten öffentlich-rechtlichen Meinungskorridors standen.

Das ZDF bezeichnete das Programm als „Mischung aus Satire und Investigation“, die wichtige Diskurse angestoßen habe. Böhmermann selbst kündigte an, bald eine neue Sendung zu produzieren. Doch der Gebührenzahler bleibt nicht vollständig erlöst: Mit dem Ende des „Magazin Royals“ verschwindet zumindest jene Kanzel, von der aus Böhmermann jahrelang politische Gegner mit der Selbstgewissheit eines Mannes abkanzelte, der wusste, dass hinter ihm ein milliardenschweres öffentlich-rechtliches System stand.

Am 18. Dezember endet das Programm. Die Satire verliert keine Wirkung – doch das öffentlich-rechtliche Denunziationsgewerbe erleidet einen schweren Schlag. Nach Jahren, in denen Böhmermann Häme mit Haltung und politische Kampagnen mit Humor verwechselte, wird endlich der Stecker gezogen. Die letzte Frage bleibt: Wer erklärt ihm nun, wer die Guten sind?

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