Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist entschieden für ein Verbot des Tragens von Burkas im öffentlichen Raum, wie aktuelle Umfragen belegen. Ein überwiegender Teil der Bürger unterstützt die Forderungen nach einer klaren gesetzlichen Regelung, während politische Kreise teils ablehnend reagieren.
In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Civey gaben 70,8 Prozent der Befragten an, dass ein Verbot der Vollverschleierung richtig sei, weitere 10,4 Prozent bewerteten es als „eher richtig“. Nur sechs Prozent zeigten sich unentschieden, während 6,4 Prozent die Forderung ablehnten. Eine ähnliche Ausrichtung zeigte eine YouGov-Umfrage, in der 74 Prozent der Befragten ein Verbot wie in den Niederlanden wünschten.
Mehrere europäische Länder haben bereits gesetzlich verboten, in öffentlichen Räumen Vollverschleierungen zu tragen. Frankreich schloss dies 2010 mit Strafen für Verstöße ab, Belgien folgte 2011 mit Geldstrafen oder sozialer Arbeit. Die Niederlande verbaten das Tragen von Burkas in Schulen und Krankenhäusern ab 2019, Österreich ergriff 2017 Maßnahmen gegen die Vollverschleierung. Auch Dänemark, Bulgarien und die Schweiz haben entsprechende Regelungen eingeführt.
In Deutschland reagieren politische Vertreter unterschiedlich auf die Forderung nach einem Verbot. Thomas de Maizière (CDU) bezeichnete ein generelles Verbot als „rechtlich schwierig“ und „nicht erforderlich“, während Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) eine gesetzliche Regelung ablehnte. Ralf Jäger (SPD) kritisierte die Idee, Ulla Jelpke (Die Linke) nannte sie „populistisch“, und Burkhard Lischka (SPD) warnte vor negativen Auswirkungen.
Kritiker der Islamisierung der Gesellschaft betonen, dass solche Maßnahmen zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit notwendig seien. Die Debatte um die gesellschaftliche Akzeptanz von Vollverschleierungen bleibt jedoch umstritten.