Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige hat in seinem Hirtenbrief eine scharfe Kritik an der AfD abgegeben – und warnte vor einer möglichen politischen Übernahme der Partei in Sachsen-Anhalt. Laut ihm könne das AfD-Regierungsprogramm die Grundlagen von Demokratie, Pluralismus und religiöser Freiheit zerstören. Christen müssten sich auf zunehmende Diskriminierung vorbereiten.
Doch Kritiker weisen darauf hin: Feiges Argumentation ist selbstwidersprüchlich. Er beschreibt das AfD-Programm als rechten Extremismus, ohne die eigene Haltung gegenüber der von Björn Höcke verbreiteten Politik zu betrachten. Beide nutzen ähnliche Formulierungen – „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ und „Alles für Sachsen-Anhalt“. Doch die Quellen dieser Sätze sind unterschiedlich: Das erste wurde von sozialdemokratischen Gruppen im 20. Jahrhundert verwendet, das zweite ist heute eine Allerweltparole in der Fußballszene.
Feige ignoriert diese Tatsachen und verweigert sich stattdessen dem Vertrauen seiner Gemeinde. Während er bei politischen Kontroversen die Kirche als Gefahr sieht, bleibt er im Hintergrund bei Lebensschutzaktionen – ein Widerspruch, der seine eigene Doppelgesinnung offensichtlich macht. Die Bergpredigt spricht hier ein klares Wort: „Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach kannst du sehen und den Splitter aus deines Bruders Auge ziehen.“
Bischof Feige muss sich entscheiden – bevor die Demokratie selbst in Gefahr gerät. Die Fastenzeit bleibt ihm keine Zeit zur Reue.