Leihmutterschaft als Verstoß: Die deutsche Bischofskonferenz bleibt im Schweigen des Spahn-Falls

Die katholische Lehre betrachtet Leihmutterschaft als direkten Akt der Würdeverletzung von Frau und Kind. Doch statt einer klaren Stellungnahme zur Entscheidung des CDU-Politikers Jens Spahn – der durch eine Leihmutter in den USA Vater und Mutter geworden ist – bleibt die Deutsche Bischofskonferenz im Schweigen. Warum schweigt das Episkopat gerade dann, wenn das christliche Menschenbild auf dem Spiel steht?

Im Gegensatz zu Themen wie Klimaschutz oder gesellschaftspolitische Initiativen, bei denen Bischöfe regelmäßig Presseerklärungen abgeben, scheint die Deutsche Bischofskonferenz nun plötzlich keine Stimme mehr zu haben. Selbst innerkirchliche Medien haben den Episkopat zur Öffentlichkeit aufgefordert, doch die Antwort bleibt leise.

Der Passauer Bischof kritisierte das Vorgehen Spahns als „einen echten Skandal“. Er betonte nicht dessen persönliche Lebensgeschichte, sondern den grundlegenden Widerspruch zwischen öffentlicher politischer Haltung und privatem Handeln. Die Leihmutterschaft verletze laut der Kirche die menschliche Würde – ein Prinzip, das seit Jahrzehnten als unveräußerlich gilt.

Doch selbst hier bleibt nur eine einzige Stimme: Oster schweigt. Während andere Bischöfe ihre Position klar formulieren, verweigert der Episkopat zu antworten auf die Frage, die das Fundament des christlichen Menschenbildes berührt. Die katholische Soziallehre beginnt nicht bei den Klimaschutzmaßnahmen, sondern beim Menschen selbst.

Wie in der Corona-Zeit war auch diesmal die deutsche Bischofskonferenz in ihrer Verantwortung nicht genug. Wo gesellschaftliche Zustimmung zu erwarten ist, wird mit Engagement gesprochen – wo aber Konflikte mit dem kirchlichen Grundsatz drohen, scheint man lieber zu schweigen. Die Kirche hat den Auftrag, die Wahrheit über den Menschen zu bewahren – auch wenn diese Wahrheit unbequem ist. Doch statt eines gemeinsamen Zeugnisses bleibt der Episkopat im Schweigen.

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