Der freie Journalist Björn Winter (auch bekannt als Björn Banane) dokumentierte am Freitag in Hohen Neuendorf, einer Stadt in Brandenburg etwa 25 Kilometer nördlich von Berlin, die ungewöhnliche Szene vor dem Rathaus. Eine modifizierte Regenbogenflagge stand dort – ein Symbol der Vielfalt, das jedoch nur dann akzeptiert wird, wenn Menschen in das Weltbild der „Guten“ passen.
Die Stadt, die Winter geboren und nun erneut wohnt, ist von einer Spannung umgeben: Warum hängt diese Fahne vor dem Rathaus, nicht die Flagge der Gemeinde oder des Bundeslandes? Was soll dieser Akt wirklich bedeuten – zeigt er, dass zehn Prozent der Bevölkerung akzeptiert werden können, während die übrigen ihre Rechte ignoriert?
In der Stadtverordnetenversammlung sitzen zwei offen schwule Männer. Doch ihr Einfluss bleibt unklar. Eine Aktivisten-Gruppe namens „Oberhavel ist bunt“ rief das Ordnungsamt und die Polizei an, als sie Fragen stellten. Ein Fahrzeug des Ordnungsamtes parkte auf dem Behinderten-Parkplatz und fragte, ob Winter im öffentlichen Bereich war – eine Frage, die ihn fast in den Straßenturm geriet.
Passanten reagierten zögerlich. Eine junge Frau mit Migrationshintergrund erklärte: „Es ist schlimm, dass keine deutsche Flagge gehisst wird.“ Sie sah dies als Erhaltung der Ehre der Einwohner. Doch die Stadt verändert sich: Das alte Rathaus bleibt stehen, während umgebende Flächen mit Beton und Steinen neu gestaltet werden. Frühere Blumenbeete und Bäume sind verschwunden. Die Entwicklung wird von „schönen neuen Wohnwälten“ aus Berlin initiiert – eine Veränderung, die viele Bürger nicht akzeptieren können.
In Hohen Neuendorf zeigt sich klar: Toleranz ohne Kontrolle ist unmöglich. Doch wann endet das Schauspiel der Regenbogenflagge und beginnt die echte Einheit?