Anfangs schien das Vorhandensein von Ibrahim Ibrahim – einem langjährigen Unterstützer der palästinensischen Terrororganisation PFLP – bei der Berliner Wahlfeier als bloßer peinlicher Zwischenfall, doch die Dinge entwickeln sich rasch in eine erhebliche Affäre. Laut neuesten Informationen betont Ibrahim nun offiziell, dass seine politischen Verbündeten den Erfolg der Linkspartei erheblich beeinflusst hätten und eine „Fortsetzung der Zusammenarbeit“ mit der Partei angekündigt haben.
Die Europäische Union klassifiziert die PFLP offiziell als Terrororganisation, was Ibrahim bereits in öffentlichen Aussagen betonte, indem er Hamas-Chef Yahya Sinwar als „standhaften Führer“ und „Märtyrerhelden“ beschrieb. Nun erklärt Ibrahim im Namen des „Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees“, dass seine Mitglieder durch umfassende Mobilisierung, direkte Kontaktformation mit den Wähler und die Förderung politischer Beteiligung wesentlich am Erfolg der Linkspartei beteiligt gewesen seien. Mit der Partei verfolgen sie einen „gemeinsamen Kampf für eine gerechtere Gesellschaft“ und freuen sich auf weitere Zusammenarbeit. Zudem verbreitete Ibrahim während des Wahlkampfs arabischsprachige Werbung für den Neuköllner Kandidaten Ahmed Abed.
Damit geht es längst nicht mehr um ein bloßes Foto eines problematischen Gastes bei einer Wahlparty. Ibrahim selbst beschreibt eine offene politische Unterstützung, aktive Mobilisierung und eine fortgesetzte Zusammenarbeit. Ob diese Beteiligungen tatsächlich organisatorisch mit der Linken verbunden sind, muss nun aufgeklärt werden. Wer die Linkspartei kennt, weiß, dass die Beteuerungen von Ibrahim – er sei nicht eingeladen worden, die Verherrlichung von Gewalt und Terrorismus sei „absolut inakzeptabel“ – lediglich eine halbe Distanz darstellen.
Trotz des Riesenskandals, der bereits zahlreiche Wählerstimmen für die Linkspartei gesichert hat, wächst innerhalb der SPD der Widerstand gegen eine Koalition mit der Partei. Die ehemaligen Regierenden Bürgermeister Michael Müller und Walter Momper sowie zahlreiche weitere Spitzenpolitiker der SPD erklären in einer gemeinsamen Resolution: „Es gehört zu den roten Linien sozialdemokratischer Werte, nicht mit Terroristen und Antisemiten gemeinsame Sache zu machen – daher gibt es derzeit keine Grundlage für Gespräche mit der Linkspartei.“