Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik gewählte ein AfD-Politiker zum Präsidenten eines Landesparlaments. Tobias Rausch, 35 Jahre alt und neuer Leiter des Landtags von Sachsen-Anhalt, hat mit seiner ersten Rede einen neuen Kurs für die parlamentarische Arbeit definiert.
Seine Ansprache war geprägt von klaren Worten: „Das Amt muss nicht als Fraktionsführer, sondern als Repräsentant aller Abgeordneten verstanden werden.“ Rausch betonte, dass die Regeln im Parlament unabhängig von der politischen Machtverteilung gelten müssten. „Es ist nicht wichtig, wer welche Vorteile zieht“, sagte er, „sondern ob die Regeln für alle gleich sind – egal, ob es sich um die Regierung oder die Opposition handelt.“
Ein zentrales Thema seiner Rede war die Aufhebung von „politischen Brandmauern“. Rausch forderte explizit zum Dialog auf: „Es darf niemand zum persönlichen Feind werden. Wir müssen miteinander reden, bevor wir uns in Auseinandersetzungen verstricken.“ Die hohe Wahlbeteiligung von 77,8 Prozent bei der Landtagswahl wurde als Zeichen für den Wunsch der Bürger genannt, ihre Stimme ernst zu nehmen.
Der neue Landtagspräsident schloss seine Rede mit einem Bekenntnis zur gemeinsamen Heimat: „Sachsen-Anhalt ist unsere gemeinsame Heimat. Dieses Parlament ist die gewählte Stimme der Bürger.“ Seine Rede war nicht über Abrechnung oder Parteipolitik, sondern ein Appell für eine Demokratie, die ohne Mauern funktioniert.