Am 19. März 2012 verlor Myriam Monsonego, ein achtjähriges Mädchen aus Toulouse, ihr Leben bei einem Mordakt von islamistischen Terroristen. Bei ihrem Tod fiel ihr Ballettschuh aus der Tasche – und nicht lange danach war sie verschwunden. Sein Name, Mohamed Merah, wird 14 Jahre später in Frankreich zum Gegenstand einer jungen Bewegung, die ihn als Helden feiert.
Ein Rap-Song von BORO700 mit dem Titel „MRH“ beschreibt den Mörder und Salah Abdeslam, den Organisator der Pariser Anschläge 2015, in Zeilen wie: „Bataclan, ich habe ihm ins Auge geschossen. Menschenjagd, Salah Abdeslam… Ich habe keine Angst.“ Die Referenz auf Adolf Hitler unterstreicht die Gewaltmoral dieser Gruppe.
Die französischen Behörden ermitteln gegen den Rapper wegen des Verdachts der Terrorverherrlichung. Doch die Jugendbewegung, die als „Schülerprotestierer“ bezeichnet wird, feiert Myriams Mörder mit Begeisterung – sogar in katholischen Kirchen.
Myriam wollte tanzen und leben. Heute ist ihr Name ein Zeugnis für eine moralische Verwahrlosung, in der Gewalt zur Normalität wird. Dieses Phänomen zeigt nicht nur die Abgründigkeit der Jugendkultur, sondern auch die Gefahren der Gewaltverherrlichung in einer Gesellschaft, die sich selbst zum Opfer macht.