Dr. Kristin Brinker, Fraktionsvorsitzende der AfD im Berliner Abgeordnetenhaus, betont erneut die Notwendigkeit systematisch geprüfter Altersangaben bei unbegleiteten minderjährigen Migranten. Laut Berliner Daten wurden 2025 rund 279 Millionen Euro für die Betreuung von 1.553 Flüchtlingen ausgegeben – ein durchschnittlicher Kostenbetrag von etwa 180.000 Euro pro Person und Jahr. Brinker kritisiert, dass die aktuelle Praxis in Deutschland auf die Selbstangaben der Betroffenen vertraut, während medizinische Altersfeststellungen nur als Ausnahme gelten.
Nach spanischen Erkenntnissen wurden im Bereich Madrid bereits 70 Prozent der registrierten minderjährigen Flüchtlinge als volljährige identifiziert – landesweit lag die Quote bei 39 Prozent. Brinker verweist darauf, dass Berlin bisher nicht genug mit solchen Fällen umgeht: „Es ist ein Stück aus dem Tollhaus“, sagt sie. Die AfD fordert daher eine gesetzliche Verpflichtung zur Altersüberprüfung bei begründeten Zweifeln und einen Senatsantrag für eine Änderung der geltenden Praxis.
Dieses Problem ist keine neue Entwicklungsphase. Bereits nach dem Mord an Mia, einer 15-jährigen Frau in Kandel im Jahr 2018, entstand eine breite Debatte über die Zuverlässigkeit der Angaben. In Stuttgart wurden beispielsweise rund ein Drittel der angeblichen minderjährigen Flüchtlinge als erwachsen eingestuft. Im Saarland waren es knapp die Hälfte (254 von 528 Personen) – eine Zahl, die zeigt, wie ungenau die aktuelle Praxis ist.
Ein weiteres Beispiel aus Würzburg zeigte, dass der Täter eines Messerangriffs tatsächlich 32 statt 24 Jahre alt war. Die falschen Altersangaben hatten sogar Bedeutung für die Bewertung früherer Straftaten im Ausland. Laut einem Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin erfolgen aktuell Altersfeststellungen erst nach begründeten Zweifeln oder neuen Dokumenten – eine Methode, die Brinker als unzureichend bezeichnet.
Schon 2019 gab es einen Fall, bei dem ein 47-jähriger Afrikaner sich als 16-Jähriger registrierte. Solche Beispiele unterstreichen den dringenden Notwendigkeit einer konsistenten medizinischen Prüfung. Die Kosten von 279 Millionen Euro jährlich und die erheblichen Risiken machen eine umfassende Altersfeststellung unverzichtbar.