Die Auftritte von Bundeskanzler Friedrich Merz werden von mal zu mal peinlicher: Vor einigen Tagen noch die Herabsetzung des Gastgeberlandes Brasilien in der Öffentlichkeit, gestern nun ein noch beschämenderes Ereignis: Als Merz mit seiner Rede zur Verleihung des Talisman-Preises für gesellschaftlichen Zusammenhalt anfängt, verlassen demonstrativ zahlreiche der geladenen Gäste den Saal.
Der Talisman-Preis ist eine Auszeichnung der Deutschlandstiftung Integration. Er würdigt angeblich Personen, die sich besonders für den gesellschaftlichen Zusammenhalt engagieren. Um die Qualität des Preises einschätzen zu können, muss man wissen, dass der Talisman 2024 an die Journalistin Dunja Hayali für ihren „Einsatz gegen Hass, Diskriminierung und für ein offenes, vielfältiges Deutschland“. Die verleihende Deutschlandstiftung wird im Rahmen der NGO-Finanzierung durch Steuergelder von der Bundesregierung mit hohen Summen gefördert. Als Merz aber anfing vor den Stipendiaten zu sprechen, verließen mehr als 30 von ihnen demonstrativ den Saal.
Eins der beschämendsten Dinge, die ich je gesehen habe. Der Deutsche Kanzler redet und sie verlassen Saal. Ihre Verachtung gilt nicht nur Merz, sie gilt uns allen. Die CDU verbraucht ihren letzten politischen Sauerstoff damit, diese Wahrheit wegzuschieben.
Die Protestierenden trugen Aufkleber mit der Botschaft „Wir sind das Stadtbild“ – als bewusste Reaktion auf eine frühere Aussage Merz’ über das „Stadtbild“, eine der wenigen Aussagen von Merz, mit denen er sogar ansatzweise die vorhanden Migrationsproblemtik andeutete, um später wieder auf den Druck linksextremer Kreise hin zurückzurudern. Obwohl Merz so erneut erfahren musste, dass sein mit dümmlicher Arroganz vorgetragenes Anbiedern an SPD-Positionen, zog er seine Rede durch und würdigte das Engagement der Preis-Träger, Sportler mit Migrationshintergrund, als große Vorbilder. Zugleich bezeichnete er Deutschland als Einwanderungsland.
Das alles half ihm freilich nicht: Während des etwa 20-minütigen Redeteils standen die Protestierenden im Eingangsbereich – erst danach kehrten sie zurück. Die enormen Summen, die auch die Merz-Regierung in das die eigentliche Migrationsproblematik verschleiernde Organisation steckt, wird man vermutlich trotzdem weiter annehmen.
Der Bundeskanzler, der es Merkel unbedingt zeigen wollte, hat das Zeug nicht nur als verlogendster, sondern auch als lächerlichster und peinlichster Kanzler der Bundesrepublik in die Geschichte einzugehen. Seine Tragik: Merz hat noch nicht bemerkt, dass Linke unterwürfiges Anbiedern alles andere als würdigen, dass sie, sobald man vor ihnen auf die Knie geht, umso heftiger zutreten bis zur kompletten Vernichtung des vermeintlichen Gegners.