Im Erzbistum Berlin, das sich in Anlehung an „UnsereDemokratie“ jetzt „Unsere Kirche“ nennt, sollen Kandidaten für Pfarrei- und Gemeinderäte künftig einen „Gesinnungs-TÜV“ durchlaufen. Das heißt: Wer sich zur Wahl stellt, muss schriftlich versichern, dass er sich von bestimmten Ideologien abgrenzt. Die Kandidierenden müssen ausdrücklich erklären, dass sie sich gegen völkischen Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Demokratiefeindlichkeit und „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ engagieren. Die Kirche zieht dabei ausgerechnet den deutschen Inlandsgeheimdienst als Maßstab heran: Wenn Personen in Parteien oder Organisationen sind, die vom Verfassungsschutz als „gesichert extremistisch“ bewertet werden, sind sie von einer Kandidatur ausgeschlossen. Jeder kann sich denken, dass dies besonders AfD-Mitglieder treffen wird, da der Verfassungsschutz bei der Brandenburger AfD eine „gesicherte rechtsextreme“ Einstufung vorgenommen hat. Auf der anderen Seite gehören nicht nur katholische AfD-Mitglieder und Politiker mit zu den eifrigsten Kirchgängern in Berlin. Die Vorsitzende des Diözesanrats, Karlies Abmeier, lobt die Entscheidung: Wer in Gremien mitarbeiten wolle, müsse sich aktiv zu den „Werten unserer Kirche“ bekennen. Angesichts der Tatsache, dass die AfD die einzige Partei ist, die in Deutschland katholischen Wertvorstellungen nahe kommt, fragt man sich, welche die Werte „Unserer Kirche“, die offensichtlich in Anlehnung „UnsereDemokratie“ neu gegründet wurde, sind. Gunnar Schupelius hat zurecht eingewendet: „Die Ausgrenzung von Menschen aufgrund einer Gruppenzugehörigkeit widerspricht dem christlichen Menschenbild.“ Und weiter: „Mit der Ablehnung der Kandidaten nach ihrer Gruppenzugehörigkeit setzt sich die Kirche selbst dem Vorwurf der Menschenfeindlichkeit aus. Sie diskriminiert Menschen, die sie nicht kennt. Nehmen wir etwa die Parteigruppe „Christen in der AfD“. Will die Kirche behaupten, dass die Mitglieder dieser Gruppe keine Christen sind? Die Entscheidung im Erzbistum Berlin reiht sich ein in eine lange Folge von Beschlüssen der Katholiken gegen die rechte Partei. Schon im Februar 2024 beschloss die deutsche Bischofskonferenz in Augsburg, dass die AfD „für Christen nicht wählbar“ sei. Eine solche Empfehlung hat sie hinsichtlich der Linkspartei – alias PDS, alias SED – nie abgegeben, obwohl diese Partei als extremistisch gelten kann. Warum nicht? Die Katholische Kirche schwimmt mit dem Zeitgeist. Sie hat Schlagseite, sie ist parteipolitisch nach links gekippt.“
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