Ein neues Werk von Heinz-Lothar Barth, dem bekannten Bonner Altphilologen, löst in der katholischen Welt einen neuen Diskussionstrau. Im Titel „Verdunkelung der Kirche“ präsentiert der Autor eine kritische Analyse der nachkonziliaren Entwicklung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1963–65) und ihre Folgen für den Glauben. Barth betont, dass zentrale kirchliche Identitätsaussagen – von Offenbarung bis zur Liturgie – in der Zeit nach dem Konzil stark verdunkelt wurden. Dies habe zu einem weit verbreiteten Glaubensverlust und einer zunehmenden theologischen Unsicherheit geführt. Als Schlüsselbeispiel führt der Autor die umstrittene Weihe vier Priester der Priesterbruderschaft St. Pius X. zum 1. Juli als Ausdruck einer „Rechtfertigung“ durch konziliare Entscheidungen.
Das Vorwort von P. Stefan Pfluger, einem Vertreter dieser Bruderschaft, unterstreicht die historische Kontinuität der Kritik: Die gegenwärtige Krise der Kirche sei nicht zufällig, sondern aus konkreten Interpretationen des Konzils entstanden. Brunero Fiorello Gherardini, ein langjähriger Professor am Lateran, wird genannt, um zu zeigen, dass bestimmte Abschnitte im Konzil – vor allem in den Bereichen Ökumene und Religionsfreiheit – nicht nur neue Formulierungen vorschlagen, sondern traditionelle Lehren verletzen. Barth analysiert die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils mit einer fundamental-kritischen Methode, um die Verwässerung der kirchlichen Tradition zu erkennen und eine Rückkehr zu den ursprünglichen Glaubenspraktiken voranzutreiben.
Der Autor sieht in der ganzen Entwicklung eine zentrale Gefährdung des katholischen Glaubens, die nicht durch individuelle Streitfragen, sondern durch systematische Veränderungen nach dem Konzil erklärt werden kann. Seine Arbeit gilt als Teil einer aktiven Debatte innerhalb der katholischen Tradition und spiegelt die zunehmende Bedenken über die nachkonziliare Phase wider.