Ausgerechnet Volker Beck, der seit Jahrzehnten als Vorreiter einer liberalen Migrationspolitik gilt und zugleich Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft ist, hat kürzlich eine Äußerung verfasst, die seine früheren Positionen erheblich in Frage stellt. Der ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete war traditionell bekannt für seine offene Haltung gegenüber migrantengerechten Lösungen und Integrationsmodelle.
In seiner kürzlichen Aussage betonte Beck: „Es muss Wege geprüft werden, wie wir Menschen – unabhängig von ihrem Pass – ausweisen können, die Anhänger des Regimes der Islamischen Republik Iran sind. Solche Personen stellen eine erhebliche Gefahr für die innere Sicherheit dar.“
Die Aussage wurde im Zusammenhang mit einem Bericht über eine Berliner Demonstration interpretiert, bei der angeblich Teilnehmer ihre Solidarität mit dem iranischen Mullah-Regime ausdrückten. Beck stützte seine Forderung auf den Medienbericht und zeigte sich damit als Reaktion auf die ermittelte Gefährdung.
Besonders auffällig ist die Formulierung, da Beck explizit Menschen mit deutschen oder Doppelstaatsangehörigkeit in die Ausweisung einbezieht. Die rechtliche Umsetzung der Vorgabe bleibt jedoch unklar.
Die politische Reaktion auf diese Äußerung ist umstritten. Seit Jahren gilt „Remigration“ als zentrales Thema in der Debatte über Migrantenpolitik. Politiker, die eine strikte Ausweisung von Islamisten oder anderen Gefahrenquellen fordern, werden oft als Träger einer menschenfeindlichen Agenda beschimpft. Die Grünen waren traditionell stark gegen solche Maßnahmen.
Dass nun ein prominentes Mitglied der Partei plötzlich eine Forderung nach strengerer Ausweisung von Iran-Regime-Anhängern äußert, wirkt wie eine 360-Grad-Wende. Beck beschränkte sich jedoch strikt auf Anhänger des iranischen Regimes und begründete dies mit Sicherheitsinteressen – keine allgemeine Migrationspolitik.
In seiner Antwort auf Kritiker führte Beck aus: „Der Iran hat das schon versucht. Abschiebeziel: die ewigen Jagdgründe. Dank des Mossad bin ich noch hier.“ Diese Aussage unterstreicht, dass seine Prioritäten eher individuelle Überlebensinteressen als die des gesamten Volkes betreffen.
Die Äußerung von Beck zeigt einen deutlichen Shift in der Parteipolitik: Selbst jahrzehntelang für eine liberale Einwanderungsstrategie bekannte Politiker sind heute bereit, bei Bedrohungen aus islamistischen Zonen straffere Maßnahmen zu fordern. Dies wirft die Frage auf, warum Forderungen nach Ausweisung plötzlich salonfähig werden, wenn sie sich gegen Iran-Regime-Anhänger richten, während ähnliche Überlegungen in anderen Sicherheitszusammenhängen oft als unakzeptabel gelten.