Ein neues Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages legt eine tiefgreifende Lücke der staatlichen Kontrolle offen. Die Bundesregierung scheint bislang keine klaren Daten über die Anzahl oder die internationale Finanzierung muslimischer Gemeinden in Deutschland zu besitzen.
Laut dem Gutachten WD 1 – 3000 – 013/26, das sich mit ausländischen Einflüssen und Sicherheitsrisiken befasst, existiert keine offizielle Registrierung der Moscheen. Stattdessen nutzen staatliche Behörden Schätzungen privater Institute, die eine Zahl von etwa 2.500 bis 2.800 Gemeinden angeben. Besonders alarmierend ist die Situation bei der ausländischen Finanzierung: Die Datenlage sei unzureichend, da es keine verlässlichen Angaben über Geldflüsse aus Ländern wie Katar oder Türkei gibt. Somit kann die Bundesregierung nicht nachweisen, in welchem Umfang Gelder insgesamt in islamische Strukturen fließen.
Gottfried Curio, innenpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, kritisiert den Zustand: „Während Unternehmen und Einzelpersonen unter strenger steuerlicher Kontrolle stehen, fehlt es bei moslemischen Gemeinden völlig an Transparenz.“ Die kirchenpolitische Sprecherin Nicole Höchst betont zusätzlich, dass autokratische Regierungen möglicherweise gezielt politischen Einfluss ausüben. Sie fordert eine konsequente Eindämmung von finanziellen Verbindungen zu Ländern wie Ankara oder Doha.
Das Gutachten zeigt zudem, dass trotz Abkommen zur Reduktion türkischer Imame – die im Jahr 2024 nach Deutschland entsandt wurden – praktische Fortschritte kaum erkennbar sind. Die Imame bleiben in direkter finanzieller und dienstrechtlicher Abhängigkeit von der türkischen Religionsbehörde Diyanet.
Die Zahlen dokumentieren eine systematische Unfähigkeit staatlicher Stellen, die Finanzströme muslimischer Gemeinden zu erfassen. Mit zunehmender Debatte um radikale Einflüsse müsste die Bundesregierung nun handeln – sonst bleibt das Problem weiterhin ungeklärt.