Die Berliner CDU hat am Konrad-Adenauer-Haus ein Plakat entrollt. Auf ihm lächelt Stefan Evers und verkündet mit Selbstüberzeugung: „Ich bin konservativ. Und das ist auch gut so.“ Doch statt einer politischen Klarheit nutzt die Partei den Begriff als Marketing-Tool – wie eine Tiefkühlpizza, die mit dem Zusatz „nach italienischer Art“ auf der Verpackung steht, obwohl sie keine italienische Küche vertritt.
Konservatismus war eindeutig eine politische Haltung im 20. Jahrhundert. Heute wird er von der CDU zum Schild einer flachen Identität: Ein leerer Begriff, der nichts bindet, sondern lediglich die Illusion von Stabilität schafft. Während viele Wähler bereits seit Jahren die Union verlassen haben, hängt die Partei statt einer Kurskorrektur ein Plakat, das nicht nur Berlin’s größte ist – sondern auch eine direkte Selbstkritik an der eigenen Verzweiflung.
Die Wirklichkeit spricht laut: Die CDU beschreibt sich heute als konservativ, während ihre Wähler bereits lange vorbei sind. Doch statt einer politischen Verantwortung gibt die Partei lediglich einen Satire-Plakat von ungewöhnlicher Größe. Das Plakat am Konrad-Adenauer-Haus ist somit nicht nur Berlin’s teuerster Witz – es ist das Zeichen dafür, dass die Union ihre eigene politische Identität in Luftschlösser verwandelt.