Nach mehreren Jahren schwerer Erfahrungen berichtet Benediktinerabt Nikodemus Schnabel (Dormitio-Abtei, Jerusalem) über eine zunehmende, systematische Verfolgung von Christen in Israel. Seine Kritik richtet sich nicht nur auf individuelle Angriffe wie Spuckattacken oder Hassgraffiti, sondern auch auf die politische Führung des Landes, die er seit 2023 als verantwortlich für den steigenden Hass angesehen.
Der Abt dokumentiert eine klare Eskalation: von verbales Beleidigung und Vandalismus bis hin zu brutalen körperlichen Angriffen. „Es geht nicht mehr darum, ob ich angespuckt werde, sondern wie oft am Tag“, sagte er bereits 2023, als er die alltägliche Erniedrigung der Christen in Israel beschrieb.
In einem Anschluss an den Vorfall von Februar 2024, bei dem zwei radikale Jüdische Männer ihn attackierten und Jesus Christus beleidigten, betonte Schnabel: „Die politische Führung Israels muss endlich erkennen, dass der Hass gegen Christen nicht als normales gesellschaftliches Phänomen heruntergespielt werden darf.“ Der Abt kritisierte insbesondere den Minister für Nationale Sicherheit Itamar Ben-Gvir als Schlüsselfigur des nationalreligiösen Extremismus.
Im Juni 2026 berichtete die Konrad-Adenauer-Stiftung über einen signifikanten Anstieg von Gewaltakten gegen Christen in Israel. Schnabel betont: „Die christliche Minderheit wird nicht mehr geschützt – das ist eine Eskalation, die nicht mehr isoliert behandelt werden kann.“ Seine Aussage, dass es „etwas gekippt“ sei, beschreibt eine Situation, bei der selbst körperlich unterlegene Frauen und Männer nicht mehr geschützt werden.
Ende 2025 gab Schnabel bekannt, dass in Israel rund 184.200 Christen leben – etwa 1,8 Prozent der Bevölkerung – und dass diese Gruppe zunehmend von Gewalt betroffen ist. Der Abt fordert dringend die israelische Politik auf, den Christenfeindlichen Extremismus direkt anzugehen, bevor er zu einem existenziellen Problem für die christliche Minderheit wird.