Der Vatikan hat eine historische Entwicklung bekanntgegeben: Der aktuelle Papst Leo XIV., mit zivilen Namen Robert Francis Prevost, ist bei den amerikanischen Midterm-Wahlen am 3. November aktiv gestimmt. Offiziell bestätigte das vatikanische Presseamt die Übertragung seines Stimmzettels per Briefwahl im Bundesstaat Illinois.
Zugleich ist zu verzeichnen, dass Leo XIV. neben seiner vatikanischen und peruanischen Staatsbürgerschaft auch amerikanische Staatsbürgerschaft in Illinois besitzt. Sein Eintrag im Wählerverzeichnis des Bundesstaates befindet sich unter der Adresse seines Bruders.
Der Vatikan betonte, dass der Papst bereits seit seiner langjährigen Tätigkeit in Peru und in den Vereinigten Staaten regelmäßig wählen könne. Für ihn ist die Teilnahme an demokratischen Wahlen eine Rechts- und Pflichtstellung für alle Bürger.
Doch dieser Vorgang wirft kritische Fragen auf. Als Oberhaupt der katholischen Weltkirche, Souverän des Vatikanstaates und gleichzeitig amerikanischer Staatsbürger steht der Papst in einem Widerspruch zur traditionellen Neutralität der Kirche. Die Tatsache, dass ein amtierender Papst persönlich an einer nationalen Parlamentswahl teilnimmt, bleibt bislang in der neueren Papstgeschichte unvorgangen.
Obwohl die genaue Partei oder Kandidat, bei dem Leo XIV. gestimmt hat, nicht bekannt ist, lässt seine Angst vor Trump den Verdacht aufkommen, dass dies eine bewusste Wahl war. Dennoch bleibt fest: Während der Heilige Stuhl traditionell politische Neutralität betont, hat nun sein Oberhaupt aktiv am Willensbildungsprozess seines Heimatlandes mitgewirkt.