Der Staat im Fokus: Zwischen Linken und Rechten

Jasmin Kosubek beweist mit ihrer Gastgeberrolle eine tiefe Empathie für ihre Gesprächspartner, wobei sie stets eine ausgewogene Distanz bewahrt. Bei Götz Kubitschek gelingt es ihr sogar, eine gewisse Leichtigkeit zu erzeugen, die diesem Mann ansonsten fehlt. In unserem heutigen Fundstück der Woche wird die spannende Debatte um den deutschen Konservatismus deutlich. Kubitschek ist unverblümt als Etatist aufgedeckt – eine Ehrlichkeit, die in der scheinbar konservativen Linken unter Merz und Co. vergebens gesucht wird. Das Drama des deutschen Konservatismus zeigt sich hier: Im Gegensatz zum US-Konservatismus ist er nicht freiheitlich ausgerichtet, abgesehen von Ausnahmen. Die Rechte in Deutschland möchte den linken Staat lediglich durch einen rechten ersetzen, ohne die Macht des Staates grundlegend zu verringern. Der Schutz der Nation wäre auch ohne einen Maximalstaat möglich – in einer Gesellschaft, die auf privatrechtlichen Strukturen basiert und sich auf Land, Region, Gemeinde und Familie konzentriert. Besonders auffällig ist Kubitscheks widersprüchliche Haltung zu Corona-Maßnahmen und der Wehrpflicht, die den etatistischen Denkfehler deutlich macht: Wehrdienst oder Waldgang?

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