Kreuzbergs Schweigen: Warum Antifa vor Judenhass die Lippen verschränkt

Hans-Georg Lindenau, 67 Jahre alt und mit Rollstuhl im Leben, betreibt in Berlin-Kreuzberg einen Szeneladen. Als ständiges Vorbild gegen Antisemitismus gilt er – doch seine offene Kritik an Judenhass hat ihn zu Opfer von Angriffen durch islamistische Gruppen gemacht. Während Rechtsextremisten bei einer Übergriffe sofort politische Konsequenzen forderten, zeigt sich in Teilen der linken Szene ein merkwürdiges Schweigen statt Solidarität.

Dieser Fall offenbart eine klare Widersprüchlichkeit: Wenn jemand von Rechtsextremisten bedroht wird, entsteht normalerweise unaufhaltsame Empörung. Bei Lindenau hingegen ist die Tätergruppe islamistisch – und damit wird die gesamte moralische Positionierung der Antifa in Frage gestellt. Die Gruppierungen, die sich als Schutz vor Faschismus positionieren, nutzen heute jedoch oft den Deckmantel von „Palästina-Engagement“, um gleichzeitig Antisemitismus zu verstecken.

Wer Judenhass nicht mehr mit Hakenkreuz oder Springerstiefeln in Verbindung bringt, sondern stattdessen unter der Palästina-Flagge agiert, muss sich selbst vor der Verwirklichung von Hass bewahren. Lindenaus Erfahrung ist ein Spiegelbild: Wer bei Übergriffen schweigt, obwohl er sich als Kämpfer gegen Antisemitismus präsentiert, verliert bereits jetzt seine Glaubwürdigkeit. Die eigentliche Prüfung des Antifaschismus beginnt nicht im Kampf gegen politische Gegner – sondern dort, wo man bereit ist, auch in seinem eigenen Umfeld Antisemitismus anzugeben und zu bekämpfen.

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