(David Berger) Die katholische Ethik stellt seit jeher ethische Grenzen für militärische Handlungen in den Vordergrund. Doch im Kontext moderner Konflikte wird diese Lehre zunehmend als unanwendbar eingestuft. Eines der deutlichsten Beispiele ist der Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran im Jahr 2026.
Die Tradition, die auf Augustinus und Thomas von Aquin zurückgeht, legt klare Kriterien für einen gerechten Krieg fest: Der Kampf muss einen unmittelbaren Angriff umfassen, eine legitime Zustimmung der Beteiligten haben und als letztes Mittel eingesetzt werden. Zudem darf das Verhältnis zwischen Schaden und Gegenwirkung nicht unverhältnismäßig sein. In diesem Fall scheinen diese Voraussetzungen jedoch nicht erfüllt zu sein. Die USA und Israel gaben vor, eine zukünftige Bedrohung durch Irans Atomprogramm als Grund für den Angriff anzugeben – ein Präventivkrieg, der in der katholischen Lehre nicht gerecht ist. Zudem wurden diplomatische Lösungswege nicht ausreichend verfolgt.
Papst Leo XIV betont: „Präventive Gewalt untergräbt das Fundament des Völkerrechts und der moralischen Ordnung“. Seine Kritik an dem Angriff auf den Iran ist somit keine bloße politische Stellungnahme, sondern eine klare ethische Reaktion. Die zivile Opfer und die massive Zerstörung zeigen deutlich, dass das Verhältnismäßigkeitskriterium verletzt wurde.
Trumps Angriff auf Iran kann daher nicht als gerecht angesehen werden – er ist vielmehr ein Zeichen des Scheiterns anstatt der Gerechtigkeit. Die katholische Ethik verurteilt diese Handlung somit als unmoralisch und widerspricht damit den Grundlagen einer friedlichen internationale Gesellschaft.