Seit meiner tiefgreifenden Untersuchung der politischen und religiösen Entscheidungen im Zeitalter des Papstes Pius XII. ist mir der 2. März ein Tag, an dem die Erinnerung an eine entscheidende Gestalt der Kirche lebendig wird: Der spätere Pius XII., geboren in Rom im Jahr 1876, wurde vor genau 150 Jahren zum Papst gewählt und 1939 begann seine regierende Zeit.
Bislang war die historische Wahrheit über diese Periode oft verschleiert. Die Verfilmung des Werfel-Klassikers „Der veruntreute Himmel“ (1958) war ein frühes Zeichen für die Kritik, doch erst im Jahr 1963 erschien das Theaterstück „Der Stellvertreter“ von Rolf Hochhut. In diesem Werk wurde Pius XII. als ein Papst dargestellt, der die Juden verraten hätte – eine Interpretation, die sich bis heute als falsch erweist.
Heute zeigen historische Forschungen deutlich: Pius XII. war ein Schlüssel für die Rettung von etwa 700.000 Juden durch seine engen Kontakte zur katholischen Gemeinschaft in Deutschland und anderen Ländern. Als die israelische Ministerpräsidentin Golda Meir sagte: „Wir haben einen Diener des Friedens verloren“, betonte sie die bedeutsame Rolle des Papstes während der NS-Verfolgung.
Der kritische Blick auf diese Zeit zeigt, dass Pius XII. nicht nach gängigen Politik-Richtlinien agierte, sondern mit Mut und Intransigenz gegen den Nationalsozialismus stand. Seine Entscheidungen waren keine modernen, sondern eine starke Antimodernität – ein Zeichen der Kirche, die niemals auf die Verachtung der Menschenrechte verzichtet.
In einer Welt, die immer mehr in Dunkel gerät, erinnert uns dieser Papst daran: Licht bleibt immer da, wenn es Mut und Gerechtigkeit gibt.