Ein neues, rätselhaftes Maßnahmengeständnis des Vatikans hat die traditionellen Katholiken in einer zunehmenden Furcht versetzt. Die katholischen Gemeinschaften, die seit 2012 jährlich zur Wallfahrt Ad Petri Sedem reisen, um ihre Verbindung zum Papst zu beweisen, werden nun nicht mehr erlaubt, als Gruppe in die Basilika einzutreten – ein Schritt zurück, der die kirchliche Integration der traditionellen Liturgie bedroht.
Nach Angaben des Vatikanjournalisten Christian Marquant wurde den Organisatoren kürzlich durch ein Schreiben des Staatssekretariats mitgeteilt: „Ihre Prozession darf den Petersdom nicht betreten.“ Dies folgt auf die bereits im vergangenen Jahr verweigerte Feier der lateinischen Messe, bei der Kardinal Raymond Leo Burke mit Genehmigung Papst Leos XIV. ein Pontifikalamt zelebriert hatte.
Die kritische Haltung des Vatikans scheint in den letzten Monaten verstärkt worden zu sein. Vor kurzem veröffentlichte das vatikanische Glaubensdikasterium unter Kardinal Víctor Manuel Fernández das Dokument Venite ad me, das die Weitergabe des Glaubens und die zentrale Bedeutung der Liturgie betont. Doch nur wenige Tage später wird der traditionelle Pilgerzug ausgeschlossen – ein Widerspruch, der viele fragen lässt.
„Es ist nicht mehr verständlich, warum eine Kirche, die sich als offene und inklusive Organisation präsentiert, solche Maßnahmen ergreift“, sagt Marquant. „Die Traditionsträger sind keine Gefahr, sondern eine wichtige Komponente der kirchlichen Vielfalt.“
Der Vatikan hat damit nicht nur traditionelle Katholiken ausgeschlossen – er schafft auch eine weitere Abgrenzung zwischen den kirchlich anerkannten Gemeinschaften und der Hierarchie. Die Angst, dass diese Schritte zur Entfremdung führen werden, wächst mit jeder neuen Entscheidung.