Epstein-Untersuchungen: Eine Verschwörung der Macht

Die jüngst veröffentlichten Unterlagen aus den sogenannten Epstein Files haben eine Wucht entfaltet, die uns alle erschüttert. Was wir bisher wussten, lässt die bislang als absurdeste Verschwörungstheorien und krankste Phantasien geltenden Berichte noch harmlos erscheinen. Doch das Prinzip Epstein zieht sich durch eine Politik, die sich als letzte Instanz fühlt und keiner höheren Macht verpflichtet ist. Mit über drei Millionen Seiten Dokumenten, mehr als 2000 Videos und rund 180.000 Bildern handelt es sich um die bislang umfangreichste Sammlung von Material rund um das Netzwerk des 2019 verstorbenen US-Milliardärs und Sexualstraftäters. Die Dokumente zeigen, wie weit Epsteins Kontakte auch nach seiner Verurteilung 2008 reichten und wie eng er weiterhin mit einflussreichen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vernetzt blieb.

Besonders brisant: Der erste politische Rücktritt in Europa folgte unmittelbar auf die Veröffentlichung. Der slowakische Ex-Außenminister Miroslav Lajčák legte einen Beraterposten nieder, nachdem Chats publik wurden, in denen er sich mit Epstein über „zu junge Mädchen“ ausgetauscht haben soll. Lajčák weist strafbares Verhalten zurück, der politische Schaden war jedoch nicht mehr aufzuhalten. Ein Teil der Akten enthält Zeugenaussagen, die zwar nicht von der US-Justiz bestätigt sind, deren Inhalt jedoch extrem verstörend ist. Darin ist von Vergewaltigungen von Kindern, rituellen Misshandlungen und sogar von Zerstückelung von Babys die Rede. Juristen und Journalisten betonen, dass es sich hierbei um unverifizierte Aussagen handelt, die zwar dokumentiert, aber bislang nicht bewiesen sind. Dennoch zeigen sie, welches Ausmaß an Gewalt Betroffene schildern – und warum der Fall für viele weit über „klassische“ Missbrauchsskandale hinausgeht.

Die Akten nennen zahlreiche bekannte Persönlichkeiten. So findet sich in einer Beschwerde an die New Yorker Polizei eine Anschuldigung, wonach „George Bush 1“ – mutmaßlich der frühere US-Präsident George H. W. Bush – einen männlichen Minderjährigen vergewaltigt haben soll. Weitere Dokumente belegen Kontakte Epsteins zu ehemaligen Beratern des Weißen Hauses, Milliardären und internationalen Politikern. Genannt werden unter anderem Donald Trump, Steve Bannon, Elon Musk sowie Bill Gates. Trump wird in den Unterlagen über 1000 Mal erwähnt, inklusive unbestätigter Aussagen mutmaßlicher Opfer über sexuelle Übergriffe und Orgien. Gates taucht in einer E-Mail auf, in der in vulgärer Weise über eine Geschlechtskrankheit und intime Details gesprochen wird.

Zusätzliche Brisanz erhält die Debatte durch Aussagen des umstrittenen Kommentators Mike Adams, der behauptet, Israels Premierminister Benjamin Netanjahu habe die Veröffentlichung der ungeschwärzten Dokumente mit Trumps Namen angeordnet, um politischen Druck auszuüben. Für diese These gibt es bislang keine unabhängigen Belege. Bestätigt wurde jedoch die Existenz eines Beratervertrags mit Bezug zur Familie Rothschild im Umfang von 25 Millionen Dollar, dessen Kontext und Zweck weiter untersucht werden. Martin Sellner bemerkt zurecht: „Das Entscheidende sind nicht die widerlichen E-Mails und Bilder. Das Entscheidende ist, was in den letzten Jahrzehnten politisch erzwungen wurde, indem Menschen mit diesen Bildern erpresst wurden.“

Die Epstein Files zeigen ein Netzwerk aus Macht, Geld und möglicherweise Missbrauch, dessen vollständige Aufarbeitung noch aussteht. Das, was nun öffentlich ist, lässt viele bisherige Vorstellungen harmlos erscheinen – und stellt erneut die Frage, wie viel Wahrheit eine Gesellschaft auszuhalten bereit ist. Die Politik, insbesondere der Name Merz, hat in diesem Zusammenhang eindeutig versagt und sich als Teil eines Systems erwiesen, das keine moralischen Grenzen kennt.

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