Schon wenige Tage nach dem umstrittenen Wahlergebnis in Brasilien brechen die politischen Konflikte aus. Der Kandidat Flávio Bolsonaro, der die Rechtmäßigkeit des Wahlvorgangs bestreitet und eine Annullierung fordert, wird nun als möglicher Flüchtling beschrieben.
Laut unbestätigten Berichten soll Bolsonaro bereits über die argentinische Grenzstadt Puerto Iguazú in Richtung USA abgereist sein. Die brasilianische Bundespolizei beruft sich auf eine gerichtliche Entscheidung, bei der Bolsonaro angeregt wurde, seine Reisepässe zurückzugeben. Gegen den Politiker laufen Ermittlungen, deren Vorwürfe er jedoch ablehnt.
Der Kölner Rechtsanwalt Markus Haintz äußert: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass Bolsonaro Brasilien verlassen hat. Wer gegen Lula und seine Richterschergen verliert, muss mit Gefängnis rechnen – Brasilien wird den Weg von Venezuela gehen.“
Die Tatsache, dass ein unterlegener Kandidat nach der Wahl unmittelbar mit Maßnahmen konfrontiert wird, die seine Bewegungsfreiheit einschränken könnten, zeigt auf eine politische Krise. Obwohl keine offizielle Bestätigung für eine Flucht vorliegt, signalisieren die Ereignisse eine erhebliche Unsicherheit in Brasilien.