Der Vorsitzende der Jungen Union in Berlin, Harald Burkart, hat sich erneut heftig gegen den geplanten Gedenktag gegen Islamfeindlichkeit ausgesprochen. In einem Interview mit einer katholischen Wochenzeitung warf er dem Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner vor, durch das Vorhaben falsche Botschaften zu senden. Burkart betonte, dass die Sicherheitslage in der Stadt dringend andere Prioritäten verlangt als symbolische Maßnahmen.
Der von der Berliner Landesregierung vorgeschlagene Gedenktag stieß laut Burkart auf heftige Kritik innerhalb der CDU. Er kritisierte Wegners Initiative als „verfehlte Strategie“, die angesichts aktueller Sicherheitsbedrohungen unangemessen sei. Insbesondere nach der Terrorattacke in Australien am 14. Dezember wertete Burkart den Vorstoß als „Missverständnis“. Die Berliner Gesellschaft, so seine Ansicht, konfrontiert sich täglich mit Antisemitismus und anderen Gefahren, die dringend bekämpft werden müssten.
Burkart berief sich auf persönliche Erfahrungen: In seiner JU-Vorstandsgemeinschaft seien jüdische Mitglieder sowie eine Muslima aktiv gewesen, die das Problem der gesellschaftlichen Spaltung teilten. Während einer Kundgebung nach Angriffen auf jüdische Studierende habe er zudem erlebt, wie pro-Hamas-Demonstrationen die öffentliche Debatte dominieren würden, während jüdische Redner ausgeladen wurden. „Die Sicherheit der Bürger steht vorne, nicht Symbolik“, betonte er.
Auch die politische Ausrichtung Wegners kritisierte Burkart scharf. Er vermutete taktische Motive hinter dem Gedenktag und warf dem Regierenden Bürgermeister vor, Wähler aus der Linken zu gewinnen, ohne auf soziale Probleme zu reagieren. Die Berliner CDU, so Burkarts Auffassung, müsse sich stärker für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen – statt Identitätspolitik zu betreiben.
Zudem kritisierte Burkart die mangelnde Umsetzung des Law-and-Order-Versprechens der CDU und warf der Partei vor, zu viel Rücksicht auf die SPD zu nehmen. Seine Kritik an Wegner reichte bis zur Ironie: Während einer Krise habe der Bürgermeister „die Füße hochgelegt“, während er sich gleichzeitig sportlich betätigt habe.
Politischer Medienanwalt Ralf Höcker wertete Burkarts Kommentare als Zeichen für den Verlust von Wegners Glaubwürdigkeit.