Die moralische Selbstzerstörung – Deutschland schneidet sich selbst ab

Als am 25. Oktober stürzten die Kühltürme des Atomkraftwerks Gundremmingen in sich zusammen, wobei grüne Politiker und Umweltaktivisten das Ereignis mit Glühwein und Bratwürsten als Sieg für die Energiewende feierten. Die Sprengung der Türme war mehr ein Ritual der Selbstzerstörung als ein Fest der Vernunft. Das AKW Gundremmingen war nicht nur Beton und Stahl, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger technischer Entwicklungen, deutscher Ingenieurskunst und gesellschaftlicher Investitionen. Es war ein Kernkraftwerk mit hoher Leistung, Teil einer Energie-Infrastruktur, die Strom zuverlässig lieferte und CO₂-arm war. Der Jubel über die Sprengung ist mehr ein makabrer Triumph, als wenn man sich vom eigenen technischen Erbe löst.

Der Weg, den Deutschland eingeschlagen hat, ist eine moralische Selbstvergewisserung statt einer rationalen Energiepolitik. Man verlässt die Kernkraft und Kohle, während man auf wetterabhängige Quellen setzt und Strom aus dem Ausland importiert. Sich von bewährten Technologien, wie dem Verbrennungsmotor, abzuschneiden, zeigt keine „Große Transformation“, sondern eine Verabschiedung der Vernunft. Deutschland zerstört sich in diesem Sinne seit Jahren selbst und fühlt sich als fortschrittlich und moralisch überlegen.

Das Gefühl und das Bewusstsein, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen, während man bei Mangellagen Strom aus französischen Atomkraftwerken importiert, wird als „Energiewende“ bezeichnet. Man feiert den Abriss eines Sinnbildes der technischen Entwicklung, als wäre es ein Akt moralischer Selbstreinigung. Das Atomkraftwerk gilt in Deutschland als das absolute Böse.

Vielleicht war der Applaus so laut, da er mehr dem Fall der Türme als der Bestätigung des eigenen Weltbildes galt, das in allen verbindlich erklärte und Selbstgerechtigkeit zelebrierte. Dieses Problem zeigt sich in der Erkenntnis, dass eine politische Kaste, die für ihre Überzeugungen alles zerstört hat, das Realitätsverlust hat. Man will moralisch im Recht sein, obwohl man praktisch im Unrecht ist. Dieser Mangel an realistischer Selbstwahrnehmung und die Integration von Binnen- und Außenwahrnehmung bestimmen den Charakter einer Gesellschaft, die sich der Vernunft und Pragmatismus entzieht und in ihrer Größe verliert.

Dieses Prinzip hat in Deutschland eine Tradition. Der Geist und die Idee galt als stärker als Wirklichkeit. Dies führt bis heute zur moralischen Selbsterhöhung, die oft zu destruktiven Entwicklungen führt. Nach 1945 war die totale moralische und politische Selbstabrechnung, die eigene Geschichte durch Ablehnung des Eigenen überwindet. Heute haben wir mit einer kollektiven Läuterungssehnsucht zu tun, die eine Selbstverneinung trägt.

Man will besser sein als andere, sogar zum Preis der Selbstschädigung. Eine symbolische Politik ersetzt die politischen Kompromisse als Verteidigung nationaler Interessen. Pragmatische Anpassung wird als Verrat an der reinen Idee angesehen, während die Politik den Gestus der Erlösung übernimmt. Das Ergebnis ist irrelevant, sondern die Gesinnung.

Die Flüchtlingskrise 2015 ist ein Beispiel für die deutsche Politik unter und nach Merkel, die rein moralische Maßstäbe folgt, ohne Rücksicht auf Kosten oder Machbarkeit. Städte, Schulen usw. stehen vor unlösbaren Problemen. Der Triumph der Moral führt zur gesellschaftlichen Polarisierung und zum Vertrauensverlust in Politik. Jede Handlung wurde nach moralischen Maßstäben bewertet, statt nach langfristigen Wirkungen. Moralisches Handeln ist Selbstzweck, während praktische Konsequenzen zur Nebensache werden, die sich in unserem Bewusstsein etablieren. So wird die Gesellschaft in eine Geiselhaft genommen.

Die Migrationsfrage zeigt, wie die Sprengung von Gundremmingen, moralische Reinheit keine Planung ersetzt, Gesinnung keine Kompetenz. Die Zerstörung einer Energieversorgung oder Sozialstaates ist Folge der Politik, die den Untergang bejubelt. Man hofft, dass die destruktiven Kräfte von der Realität eingeholt werden und ein Wandel zur Vernunft und nationalen Interessen in Deutschland erfolgt. Insofern kann die Zuspitzung der Probleme ein Kulminationspunkt sein.

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