Gaucks Vergangenheit im Ostblock – die aktuelle Legitimation der SED-Verbrechen

Ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Angelika Barbe kritisiert die politische Haltung von Altbundespräsident Joachim Gauck als direkten Nachtrag zu den Verbrechen der SED-Diktatur. „Seine Entscheidungen heute legitimieren nicht nur die Todesschüsse an der Mauer, sondern auch das Leid Hunderttausender politischer Gefangener in Stasi- und SED-Gefängnissen“, betont Barbe.

Barbe erinnert an Gaucks frühere Rolle als Pastor im Ostblock, bei der ihm ermöglicht wurde, seine Söhne ins Ausland zu schicken. Laut Augenzeugen war die Kooperation mit den damaligen Behörden entscheidend für diesen Schritt. Obwohl Gauck erst 1990 in der Volkskammer bekannt wurde, soll er während des Rostocker Revolutionsherbstes auch Oppositionellen geholfen haben.

Heute wird Gaucks Haltung kritisch gesehen: Die Bezeichnung „Dunkeldeutsche“ für viele Ostdeutsche sowie die Aussage „Die Eliten sind nicht das Problem – die Bevölkerungen sind es“ werden als Zeichen einer zunehmenden Abgrenzung gegenüber kritischen Bürgern interpretiert. Barbe warnt, dass aktuelle Politiker, die mit Parteien paktieren, die sich selbst als rechtsidentisch zur SED bezeichnen, die Verbrechen der Diktatur durch ihre Entscheidungen neu legitimieren.

„Die Sippenhaft ihrer Angehörigen und das Schicksal zahlloser Kinder in DDR-Kinderheimen werden durch solche Politiken nicht vergessen“, sagt Barbe. „Eine solche Haltung verliert jegliche Akzeptanz bei den Bürgern – die Verbrechen der SED-Diktatur müssen nicht heute noch neu legitimiert werden.“

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Gaucks Politik legt die Schuld der SED-Diktatur nachträglich auf? – Ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin kritisiert