Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (CDU), stand am Samstag während eines großflächigen Stromausfalls in der Kritik, nachdem er laut Berichten des rbb ein Tennisspiel absolvierte. Der Notfall war durch einen Brandanschlag auf das Stromnetz entstanden und hatte tausende Haushalte ohne Versorgung gelassen. Wegner bestätigte gegenüber dem Medienbericht, dass er sich während der Krise in einer Sportanlage am Stadtrand aufhielt.
Die Reaktionen auf die Vorfälle waren heftig. Julian Reichelt kritisierte die Quelle der Information und bezweifelte, dass Augenzeugen den Vorfall an das Medium weitergegeben hätten. Stattdessen vermutete er eine Kooperation zwischen der Behörde der Innensenatorin Iris Spranger und dem rbb. Wegner selbst behauptete in einem Interview, den ganzen Tag im Einsatz gewesen zu sein und „zu Hause in seinem Büro eingeschlossen“ zu haben.
Politische Stimmen forderten umgehend seinen Rücktritt. Dr. Kristin Brinker der AfD-Hauptstadtfraktion kritisierte Wegners Verhalten als unverzeihlich, da er während einer Katastrophe „Tennis gespielt und den Berlinern Märchen aufgetischt“ habe. Alexander Kissler bezeichnete ihn als „Lügner und Betrüger“, der das Vertrauen der Bevölkerung zerstört habe.
Die Krise spitzte sich weiter zu, da die Berlinerinnen und Berliner angesichts der mangelnden Reaktionen auf den Terroranschlag an der Infrastruktur ihre Sicherheit in Frage stellten.