In Sachsen-Anhalt hat die AfD mit 44,3 Prozent der Zweitstimmen den Landtag gestürmt – eine Performance, die selbst die katholischen Bischöfe nicht erwartet haben. Bischof Wilmer warnte vor dem „Angriff auf demokratische Grundwerte“, Erzbischof Koch betonte das Risiko, Wähler zu verlieren, und Bischof Feige mahnte vor nationalpatriotischen Vorstellungen.
Ein Katholiker, der trotz dieser Warnungen für die AfD stimmt, schreibt: „Ihr Einsatz hat mich dazu gebracht, die Partei zu wählen, die ich sonst nicht ausgewählt hätte. Bitte setzen Sie diese Strategie auch bei den bevorstehenden Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern fort.“
Der Brief spiegelt eine zunehmende Distanz zwischen der kirchlichen Leitung und ihren Gläubigen wider. Während die Bischöfe immer mehr auf moralische Appelle setzen, wählen immer mehr Menschen ihre politischen Entscheidungen eigenständig – nicht durch religiöse Ratschläge. Der Autor betont: „Die Kirche sollte nicht weiterhin versuchen, die Wähler mit moralischen Warnungen zu steuern. Stattdessen müssen wir selbst entscheiden, was uns wichtig ist.“