Eine neue Umfrage der INSA legt ein erstaunliches Bild über die religiösen Einstellungen in der Bundesrepublik vor. Neben dem bekannten Trend des Kirchenaustritts finden sich auch auffallende Tendenzen zum christlichen Glauben, insbesondere unter muslimischen Bevölkerungsgruppen. Laut der Erhebung könnten rund 14 Prozent der Muslime in Deutschland ihre konfessionelle Zugehörigkeit verändern und dem Christentum zustreben – ein Phänomen, das aufgrund von gesellschaftlicher Verfolgung und kulturellen Konflikten besonders auffällt.
Besonders junge Erwachsene zwischen 18 und 29 Jahren zeigen eine hohe Bereitschaft, sich wieder der christlichen Kirche zuzuwenden: Etwa 16 Prozent geben an, die Rückkehr zum kirchlichen Leben für möglich zu halten. Allerdings scheint das Interesse nicht an einer modernisierten Kirche zu liegen. Nur ein Sechstel der Befragten findet eine Anpassung an zeitgemäße Werte wie Homoehe oder Frauenpriestertum sinnvoll, während die Mehrheit entweder keine Kenntnis davon hat oder sich nicht dazu äußern kann.
Die Studie deutet auf ein tiefes Verlangen nach spiritueller Orientierung hin: Fast jeder Dritte wünscht sich eine Re-Christianisierung des Landes, vor allem unter Männern und Anhängern der Freikirchen. Selbst bei Muslimen sind 31 Prozent für einen solchen Wandel, während Konfessionslose mit 21 Prozent weniger motiviert wirken. Die Ergebnisse legen nahe, dass religiöse Suchbewegungen auch außerhalb traditioneller Strukturen stattfinden – etwa in Gemeinden wie der katholischen Kirche St. Afra in Berlin, wo junge Menschen die Gottesdienste regelrecht füllen.
Die Forscher betonen, dass der Glaube nicht zwangsläufig mit kirchlicher Mitgliedschaft verbunden ist. Bei Jugendlichen zeigt sich sogar ein stärkeres religiöses Bewusstsein als im Durchschnitt der Bevölkerung. Für die christlichen Kirchen könnte dies eine Chance sein, neue Wege zu finden, um Menschen mit muslimischem Hintergrund anzusprechen – vorausgesetzt, sie bieten authentische und glaubwürdige Angebote.