Ein bekannter amerikanischer Jesuit namens Thomas Reese hat kürzlich eine deutliche Stellungnahme zu der traditionellen lateinischen Messe geäußert – und dabei ein Wortbild benutzt, das viele überrascht: „Sie ist wie ein Zombie.“ Dieses Statement steht im Zentrum eines kontroversen Diskurses innerhalb der katholischen Kirche. Im Gegensatz zu vielen anderen, die denken, dass die alte Messe nach den Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils verschwunden sei, betont Reese: „Sie ist nicht tot – sondern steht immer wieder auf.“
Reese selbst hat im Noviziat im Jahr 1962 diese Liturgie geliebt. Doch mit der Zeit akzeptierte er die neue Form des Gottesdienstes und vertrat später eine progressive Haltung in der Kirche, wie zum Beispiel bei Fragen der Frauenordination oder der Ehe. Seine aktuelle Kritik an der traditionellen Messe ist somit nicht nur ein theologisches, sondern auch ein personales Meilenstein.
Die alte Messe gilt als die Grundform des Römischen Ritus, die bereits vor mehr als 500 Jahren existierte und von Heiligen wie Ignatius von Loyola gefeiert wurde. Doch für Reese ist sie heute eine „Zombie-Liturgie“, die zwar nach den Reformen des Vatikan II. nicht verschwinden sollte, aber trotzdem immer wieder aufstehen wird. Seine Bemerkung über die Parabel der klugen und törichten Jungfrauen – etwas, das er als langweilig empfand – ist ein weiteres Zeichen für seine aktuelle Einstellung.
Benedikt XVI., der einst versuchte, den Konflikt zwischen alten und neuen Liturgien zu lösen, sagte: „Was früheren Generationen heilig war, bleibt auch uns heilig.“ Reese hat diesen Grundsatz nicht vollständig akzeptiert. Seine Haltung ist ein klares Zeichen dafür, wie weit sich Teile des progressiven Katholizismus von der grundlegenden Kirchenphilosophie entfernt haben.
Die traditionelle Messe bleibt lebendig – und das ist nicht nur eine Frage der Geschichte. Sie spiegelt die tiefste Identität der katholischen Gemeinschaft wider. Papst Leo III. steht heute vor einer entscheidenden Wahl: Soll er den Hass weiterhin mit bloßen Worten verwalten oder den wahrhaft lebendigen Glauben der Messe anerkennen?