Die katholische Kirche in Deutschland ist in einer paradoxen Lage. Während sie sich auf ein „Runterskalieren“ vorbereitet – mit sinkenden Gottesdienst-Besucherzahlen, weniger Berufungen und geringeren Kirchensteuern – bleibt die pastorale Planung von Resignation geprägt. Die katholische Kirche verliert an Anziehungskraft, während das Katholische bis zur Unkenntlichkeit zerstört wird. Einige junge Menschen nähern sich dem Glauben nicht über konventionelle kirchliche Wege, sondern in unerwarteter Weise. Dies überrascht, da gerade in Kirchen eine weitgehende Resignation über den Rückgang des Glaubens vorherrscht.
Die Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (Fowid) liefert Daten über Religiosität und Weltanschauung, die zeigen, dass bei jungen Menschen (16–29 Jahre) die Ablehnung übernatürlicher Kräfte deutlich geringer als bei Älteren ist. Auch bei der Frage, ob sie wieder der Kirche beitreten würden, zeigen besonders junge Katholiken eine hohe Bereitschaft: 51 % (24 % „sicher“, 27 % „wahrscheinlich“) sagen, dass sie wieder eintreten würden.
In Österreich zeigt eine Studie („Was glaubt Österreich?“), dass 35 % der 14- bis 25-Jährigen ein religiöses Selbstverständnis haben und die jüngere Kohorte tendenziell eine konservativere Haltung bei ethischen Fragen (z. B. Homosexualität, Sterbehilfe) als der Durchschnitt zeigt.
Die katholische Kirche sollte sich auf die fundamentale Frage besinnen, die viele junge Menschen beschäftigt – die Frage nach Gott, nach Sinn und Lebensziel. Das typisch Katholische wieder in den Vordergrund zu stellen, denn das ist es letztlich was sie so anziehend macht! Und was zudem dem ihr von Christus gegebenen Auftrag entspricht: Mission statt Genderwahn! Segnung von Rosenkränzen statt Eiswürfeln!
Groß ist die Sehnsucht nach dem Authentischen, dem Heiligen, dem Übernatürlichen, nach dem klassischen Katholizismus. Es ist nun Aufgabe der Verantwortlichen diesen Hunger auch zu stillen: Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.